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Déjà-vu: Die Invasion der Monster-Enten

» Gigantische Monster-Enten fressen Artgenossen: England zittert! «
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Man könnte vielleicht meinen, sowas wäre zu blödsinnig, um in der Zeitung zu stehen. Könn­te man, muss man aber nicht. Denn:
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»Es ist wahrhaft kein Schmarrn zu blöd, dass er nicht in der Zeitung steht.«
(M. Krassnig)

Und weil den Abschreibepraktikanten von Österreichs auflagenzweitstärkster Gratis-Volks­in­for­ma­tionspostille bekanntlich kein Blödsinn, der in der Bild-Zeitung steht, zu blöd ist um den nicht abzuschreiben & weiterzukolportieren, erfährt man auch hier:

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Dass die Riesen-Ratten in ÖSTERREICH um 10 Zentimeter kleiner sind als die Super-Ratten in Deutschlands be­deu­tend­stem Volksinformationsorgan, muss uns nicht kränken, denn dort waren die seinerzeit auch schon mal größer:
(Bild.de - 22.08.2010)
(Blick.ch)
(N24)
Damals wuchsen die aber noch ..
(GMX.net)
.. und wuchsen weiter,
(N24)
.. und weiter, nach der Devise:.
»Höret, was Erfahrung spricht: Glaubt niemals, dümmer geht es nicht!
Erfahrung lehrt: ein Stückchen dümmer geht es allemal noch immer.«
(M. Krassnig)
(FOCUS)
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Vuvuzela-Journalismus halt: alle blasen aus dem gleichen Loch, aber jeder bemüht sich lauter als der andere zu tröten.
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(Auch dem ZDF war der Schmarrn damals übrigens nicht zu blöd, darüber in einem Hallo Deutschland-Beitrag draufloszutröten:
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»Monsterratten verbreiten Angst«
»Der Horror hat vier Pfoten. Diese Ratten hat man noch nie gesehen: Es sind Tiere wie aus einem Monsterfilm, die die Menschen in England in Angst und Schrecken versetzen.«
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Da freut sich der Rundfunkgebührenzahler natürlich, wenn der Öffentlich-rechtliche Infor­ma­ti­ons­auf­trag so artig erfüllt wird.)

Worum gehts bei dem ganzen Schmarrn eigentlich? Damals berichtete die Boule­vard­zei­tung The Sun unter dem Titel »Invasion of the giant rats« über die Sichtung mehrerer Nagetiere in einer englischen Wohn­siedlung und einen Kammerjäger, dem es ge­lang ein Exem­plar (»Mon­ster«) mit einem Luftgewehr (sic) zu erlegen.
(news.de)
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Freilich war in dem Artikel mitnichten von Ratten die Rede, schon gar nicht von giganti­schen, son­dern von Giant rats, was der englische Name für Biberratten ist und auch auf allen Presse­fotos zu sehen ist: nämlich süd­ame­ri­ka­ni­sche Meerschweinchen­verwandte, die nach England ein­ge­schleppt wurden, dort aber in­zwi­schen wieder als ausgerottet galten. In weiten Teilen Europas sind aus­gewilderte Biber­ratten seit Jahrhunderten heimisch. Sie sind zu­trau­lich und lassen sich gern mit Mohrrüben füttern. Wer in der Schule Englisch gelernt hat, erkennt also: Giant rats sind sowenig Ratten wie Butterflies Fliegen sind.

Abb. rechts: »Biberratten (engl. Giant rats) sind an den Besuch von Spaziergängern gewöhnt und lassen sich ohne viel Scheu mit Gemüse füttern.« (Wikipedia)

Was an Meerschweinchenverwandten nicht überraschen muss.

So hat nun also vor sechs Jahren ein englischer Kammerjäger ein großes Meer­schwein­chen erlegt, ein Kollege von ihm indessen heuer bereits sechs. Kein Wunder, dass England vor einer Invasion zittert. Man darf gespannt sein, wie der Schmarrn jetzt neuerlich zur Invasion der Vuvuzela-Medien antritt, und die Monster-Nager sich weiter durch den Blätterwald nagen:
(stern.de)
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War ja klar. Was Meerschweinchen, Biber (meinten Sie »Justin«?), Enten & Konsorten für ge­wöhnlich halt so fressen.