Okkultationelles

Am 20. März wird sich Europas Himmel verdunkeln. Diesmal ist die Sonnenfinster­nis aber mehr als ein reines Schauspiel der Natur, sie nimmt auch Millionen von Solarpanelen plötz­lich das Licht und wird so zum Härtetest für die europäischen Stromnetze. Ein Blackout ist möglich. [..]
Wenn gegen neun Uhr allerdings am Himmel die Lichter ausgehen, stürzt die Leis­tung im Stromnetz allerdings schlagartig in den Keller. [..]
Und wenn der Mond den Blick auf die Sonne drei Stunden später wieder freigibt, wiederholt sich das gefährliche Spiel gleich noch einmal.

Ich weiß ja nicht, wie man sich in der Presse-Wirtschaftsredaktion eine Sonnenfinsternis vorstellt: dass gegen neun Uhr »plötzlich« am Himmel »die Lichter ausgehen« und zu Mittag (»plötzlich«?) wieder angehen? Dass der Mond, schwupps, Klappe zu! plötzlich den Blick auf die Sonne verdeckt und erst drei Sunden später, Klappe auf ! wieder frei­gibt? – Unsinnige Vorstellung. Auch dem astronomischen Laien sollte wohl klar sein, dass sich die in den zitierten Quellen*) kolportierten Begriffe »Blackout« oder »schlag­artig« auf den erwarteten Leistungsabfall im Stromnetz beziehen, aber doch auf keine dreistündige(!) Verdunkelung der »Lichter am Himmel«, über welche der Kollege vom Wirtschaftsressort so blumig wie offen­kun­dig sachverstandsfrei drauflos extemporiert.

(Warum werden solche Stegreifschwadronanzen eigentlich nimmer von kompetenten Leuten vor Veröffentlichung gegengelesen, wie es früher mal der schöne Brauch war?)
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(Wehe, wenn der Kollege Steppenhund das liest ;).



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