Freitagstexter, Preisvergabe

Danke an alle Teilnehmer für die zahlreichen Beiträge zum Freitagstexter-Bewerb.
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Publikumsapplaus erschallte in dieser Runde für Kollegin Fjonka und für Kollegen Tri­themius.
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Preiswürdig waren viele Bei­träge, freilich kann nur einer als Preisträger benannt wer­den, so will es das Reglement.

Die poetische Vorstellung, man könne hinter den Horizont blicken wenn man hoch genug hinaufsteigt, gefiel auch mir besonders gut, deswegen möchte ich den Wander­preis hier an Kollegin Fjonka weiterreichen, für ihren Text zum Bild:
»Und? Sag schon!! Was ist denn nun hinter dem Horizont??«

21. April

Heute vor 150 Jahren wurde der Nationalökonom und Kultursoziologe Max Weber (1864–1920) geboren. Die dominierende Herrschaftsform der Zukunft, postulierte er vor einem Jahrhundert, werde die Bürokratie sein.

Da hat er wohl zweifellos recht behalten, der gelehrte Mann. In Brüssel und anderswo kriegen gegenwärtig ganze Regimenter von Schreibtischtätern horrende Summen unserer Steuergelder hinten reingeschoben, für nix anderes als tagaus tagein immer neue & abstrusere Faxen über Salatgurkenkrümmungskoeffizienten und Zahnpasta­tuben-Mitnahmeverbote in Flugzeugen und tausend andere Hirnchristlereien auszu­hecken, die für das Fortkommen der Menschheit so gedeihlich sind wie ein zweites Loch im Hintern. Und das Erschütterndste daran ist garnichtmal der volkswirtschaftliche Schaden, den die damit tagtäglich anrichten, sondern die traurige Tatsache: dass wir alle diesen ganzen überbordenden Bürokraten-Wahnwitz nahezu widerspruchslos und gewohnheitsmäßig über uns ergehen lassen. Das kollektive Boiling Frog-Syndrom.

Ich aber postuliere, die dominierende Herrschaftsform der nahen, korrigiere: der unmittelbar bevorstehenden Zukunft wird die Kretinokratie*) sein. Wir sind auf dem direkten Weg dorthin. Und an die werden wir uns ebenso willfährig gewöhnen, wollen wir wetten.
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*).(wieso steht die eigentlich noch nicht auf der Wikipedia-Liste?)

Freitagstexter

Der vorwöchige Preisträger Herr lamiacucina über­trug mir die Ehre, den aktuellen Bewerb auszurichten – Sie kennen die Regularien:

Alle sind eingeladen, zu dem Foto (u.) einen trefflichen Kommentar, Aperçu, Kalauer, Bildtext usw. zu verfassen. Der Preisträger wird am kommenden Mittwoch hieramts bekanntgegeben und gewinnt einen Wanderpokal sowie eine lobende Erwähnung, weiters obliegt ihm die Fortsetzung der Veranstaltung auf seiner Webseite. Möge die Übung gelingen:

Glück im Unglück

»Man weiß selten, was Glück ist, aber man weiß meistens, was Glück war.«
(Françoise Sagan)

Glück lässt sich bekanntlich nur unscharf definieren – umso rätselhafter, was in den Medien allenthalben messerscharf als ein “Glück“ definiert wird.

Welche Kriterien dafür ausschlaggebend sein mögen, Pressemeldungen unterschied­lichster Art mit der sinnbefreiten Floskel “Glück im Unglück“ zu verbrämen, konnte noch nicht herausgefunden werden.

Worin konkret das Riesenglück bestehen soll, welches Herrn Asamoah im Alkohol-Pech heimsuchte, erschließt sich dem Laien nicht.


Worin konkret das Unglück bestehen soll, in welchem dem Fallschirmspringer das Glück widerfuhr, erschließt sich dem Laien nicht.


Was den Kollegen beim permanenten sinnbefreiten Gebrauch dieser Floskel durch den Kopf geht, lässt sich schwerlich nachvollziehen. Vermutlich die Zugluft.

4. April

Heute vor 139 Jahren, am 4. April 1875, fand in Prag die Uraufführung von Bedřich Smetanas Symphonischer Dichtung “Die Moldau“ statt. Smetana erklärt sein Werk mit der Beschreibung:

»Die Komposition schildert den Lauf der Moldau, angefangen bei den beiden kleinen Quellen, der kalten und der warmen Moldau, über die Vereinigung der beiden Bäch­lein zu einem Fluss, den Lauf der Moldau durch Wälder und Fluren, durch Land­schaften, wo gerade eine Bauernhochzeit gefeiert wird, beim nächt­lichen Mondschein tanzen die Nymphen ihren Reigen. Auf den nahen Felsen ragen stolze Burgen, Schlösser und Ruinen empor. Die Moldau wirbelt in den Johannisstromschnellen; im breiten Zug fließt sie weiter gegen Prag, am Vyšehrad vorbei, und in majestätischem Lauf entschwindet sie in der Ferne schließlich in der Elbe.«

Der Amtsweg ist das Ziel.

Parteienverkehr

Herzlichen Glückwunsch!
Shhhhh - Do, 09:18
Glückwunsch!...
Trithemius - Mi, 16:52
Oh, danke sehr! Dann...
Fjonka (Gast) - Mi, 10:38
Soviel ich weiß...
nömix - Mi, 08:09
Zumindest waren...
pathologe - Mi, 07:42

Amtsverkehr


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