Aufgelesenes (CXIX)

15. Februar

Heute vor 454 Jahren erblickte in Pisa der große Universalgelehrte Galileo Galilei das Licht der Welt, eppur si muove.
Noch’n Gedicht, von Kollege KrassNick:
.
Die Leute fragten einst in Pisa
Herrn Galilei, was denn dieser
über’s Universum und
den ganzen Rest so alles kund
tun könne? Aber dieser rief
bloß: »Leute, euer Turm steht schief.«
© mit freundl. Genehmigung M. Krassnig

Neues vom schusswaffentechnischen Symbolbildbeauftragten

Eine Meldung ohne Pics ist nix, wie jeder weiß, und weil sich vielleicht nicht jeder Leser unter einer »Pistole« oder gar einer »Pistole in einer Vagina« was konkretes vorzustellen vermag, tritt auf der schuss­waffen­tech­ni­sche Symbol­bild-Sachverständige um dem Vor­stellungs­ver­mögen ver­mittels einer erhellenden Illu­stration auf die Sprünge zu verhelfen:

Symbolbild »zwölf Zentimeter« (Abb. rechts: klick für Detail)

(Abb. links:) Freilich lassen sich selbst die ver­meint­lich dümmsten Symbolbilder allemal durch düm­me­re noch übertreffen, denn:
.....»Höret, was Erfahrung spricht: | Glaubt niemals, düm­mer geht es nicht! | Erfahrung lehrt: ein Stück­chen dümmer | geht es allemal noch immer.«

Wenn Symbolbild- und Bildbetextungs-Verantwortlicher im Duett auf­tre­ten, kann aus dem Stück eine hübsche Posse werden:
(Abb. rechts:)
Symbolbild »erfindungsreich beim Versteck einer Waffe«

Die sachverständige Auswahl entsprechender Symbolillustrationen ver­schafft auch dem schuss­waffen­tech­ni­sch unkundigen Leser Aufklärung:

    
(von links nach rechts:)
  • Symbolbild »Luftpistole«
  • Symbolbild »Luftdruckgewehr«
  • Symbolbild »9-Millimeter-Pistole«
    (aus der Bildmontage-Bastelstrecke »Basteln mit Tieren«: Unfälle mit Gürteltieren)
  • Aus der Symbolbild-Bastelstube: Neues vom Bildmontage-Bastelbeauftragten
  • »Angestellter mit Post-it bedroht«

10. Februar – Alliteratives: Lyrik vs. Logik

»Wenn ich gegen eins was habe, sind’s Fehler, nur dem Reim zulabe!«
(Winfried Kraft) (vermutlich Pseudonym v. Robert Gernhardt)

Heute vor 120 Jahren wurde Bertolt Brecht (1898-1956) geboren, und zwar in Augsburg. (Die rote Socke, tat­sächlich war der ein waschechter Schwabe, was sagt man dazu. Brecht selber mochte seine Ge­burts­stadt allerdings nicht, er sagte: »Das beste an Augsburg ist der Zug nach Mün­chen.« Er blieb nicht lang in Augsburg, wie man weiß.)

In dem Lied »Der Tod im Wald« lässt Brecht den grimmigen Poeten Baal alliterieren:
    »Und ein Mann | starb im Wald, | wo Sturm und Strom ihn umbrausten ..«
    .
    (Anm.: »Selber schuld, | wär’ er halt | bei so ’n Sauwetter nicht draußten ..«
    ließe sich dazu extemporieren ;)
Gegen Stabreime gibts im Prinzip nichts einzuwenden, es sei denn, Lyrik dräut Logik dreist zu verdrängen. Dichterkollege KrassNick lässt nun einen fiktiven Leser beim Autor der be­tref­fen­den Zeile, Herrn Brecht also, um nähere Erläuterung nachsuchen, und kleidet dessen An­frage hinwiederum in gefälligen Versreim – er schreibt:
    Hier ätzt der Leser: »Sie, Herr Brecht,
    als Stabreim klingt der ja nicht schlecht,
    Ihr Vers vom Sturm und Strom im Wald.
    Nur fragt an dieser Stelle halt
    der Leser sich: Wo, bitte sehr,
    kommt denn im Wald der Strom daher?«
    Herr Brecht, der denkt nicht lange nach
    und antwortet dem Leser: »Ach,
    der Strom? Der kommt auf alle Fälle
    aus Batterien von Duracelle!«
    ____________________
    © mit freundl. Genehmigung M. Krassnig.
Auch in seinem Gedicht »Die Vögel warten im Winter vor dem Fenster« lässt Brecht die Logik ver­missen, indem er vorn auf Korn reimt und, was er in einer Lyrikkritik üb­ri­gens sel­ber mo­nier­te, »damit seinen Wirklichkeitsbezug ne­giert«:
    »Ich bin die Amsel.
    Kinder, ich bin am Ende.
    Und ich war es, die den ganzen Sommer lang
    Früh im Dämmergrau in Nachbars Garten sang.
    Bitte um eine kleine Spende.
    Amsel, komm nach vorn.
    Amsel, hier ist dein Korn.«
Darüber ließe sich wiederum extemporieren:
    Was soll ich, fragt die Amsel nun,
    denn mit dem Korn? Ich bin kein Huhn!
    ─────────────────────────
    (Es fragt der Leser hier zu Recht:
    »Meinten Sie wirklich Korn, Herr Brecht?«
    Weil Amseln, wie man weiß, indessen
    nicht Körner, sondern Würmer fressen.)

9. Februar

Heute ist übrigens der Tag der Zahn­schmer­zen, falls man dem Kalender glauben will.
(Nicht dass es wieder Beschwerden hagelt, ich hätt’s gewusst aber keinem verraten.)
Es feiere den Zahnschmerztag
ein jeder, wie er’n feiern mag.
(Am Zahnschmerztag ist freilich nicht
Zahnschmerz zu haben Bürgerpflicht:
so wie am Weltmilchtag ja auch
nicht Milch zu geben ist der Brauch.
Das wird vom Bürger nicht verlangt
am Zahnschmerztag, Gott sei’s gedankt.)

Der Amtsweg ist das Ziel.

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