16. Oktober – Trophologisches


Heute ist Welternährungstag, vulgo Tag des Brotes.
Wissenwertes zum Thema Brot & Ernährung:
  • Brot ist sehr nahrhaft, denn es enthält viele Broteine..
    (Karl Valentin*)
  • Cola schadet der schlanken Linie, denn es enthält viele Colahydrate..
    (Cappuccina*)
  • Obst hält fit, denn es enthält viele Fitamine..
    (Onkel Ernstl*)
  • Vollkornprodukte belasten die Verdauung, denn sie sind reich an Belaststoffen..
    (Ernst Offshore*)
  • Ein Schibboleth ist nix zum Essen, ausgenommen Chäschüechli..
    (K. Lauer*).

Luftnummer (II)

Wer bisher vielleicht nicht glauben wollte, dass Kärntner Autos beinah so hoch fliegen kön­nen wie Schweizer Motorräder [siehe: Luftnummer (I)], wird nun von diversen österreichischen Nachrichtenmedien eines besseren belehrt:
.
.
Welche Substanzen man diesen redaktionellen Einfaltsdimpfeln morgens heimlich ins Müesli gestreut hat, damit die solche Blödsinns-Luftnummern »Laut Augenzeugen/laut Polizei« kol­por­tie­ren, ist nicht überliefert. Wer den Blödsinn aber glauben will, ein Auto könne tat­säch­lich – durch einen Aufprall nach mehrmaligem Über­schlag – rund »20 Meter in die Höhe/Luft ge­schleu­dert/katapultiert« werden, der muss auch glau­ben wol­len, dass es in­fol­ge über ein rund vierstöckiges Haus flie­gen würde, falls dort zu­fällig eins in der Flugbahn he­rum­steht:



Ceterum censeo: Man muss nicht alles glauben, was in der Zeitung steht.

Symbolbild der Woche

Heute: Österreichs auflagenstärkste Gratis-Volksinformationspostille informiert über »Offene Fenster«. Weil sich der eine oder andere Leser unter einem offenen Fenster womöglich nix kon­kretes vorstellen kann, waltet der Symbolbildbeauftragte seines Amtes, um dem Vor­stell­ungs­ver­mö­gen vermittels einer erhellenden Illustration auf die Sprünge zu verhelfen.
.
Weil aber der eine oder andere Leser womöglich Schwierigkeiten hat, das offene Fenster auf dem dargebotenen Symbolbild zu entdecken, wal­tet weiters der Bilddetail-Ein­krin­ge­lungs­be­auf­trag­te seines Amtes, um die Entdeckung vermittels eines im Bilde applizierten roten Krin­gels zu erleichtern:
Abb. rechts: Symbolbild »Offenes Fenster«
(klick für Detail)

12. Oktober

Heute vor 115 Jahren, am 12. Oktober 1902, fand das erste offizielle Länderspiel der Fuß­ball­geschichte auf dem europäischen Kontinent statt, welches Österreich gegen Ungarn mit 5 : 0 gewann.
Heutzutage pflegt Österreich für gewöhnlich nimmer so hoch zu gewinnen.


Die siegreiche cisleithanische österreichische Nationalmannschaft von 1902: ganz rechts am Foto der Wiener Johann Studnicka (1883-1967), der an diesem Tag seinen 19. Geburtstag feierte und drei der fünf Tore erzielte. Studnicka war ziemlich klein und stämmig (»der G’stutzte«) und hatte markante O-Beine, aber seine Anhänger erklärten, dass ihm sein Schnei­der bloß krumme Hosen gemacht habe. Er wurde zu einer der herausragendsten Per­sön­lich­keiten der österreichischen Fußballgeschichte und erhielt posthum den zwei­maligen Titel des Welttorjägers.

9. Oktober

»Ich bin von den Kritikern oft zerrissen worden, aber das Publikum hat mich immer
wieder zusammengeflickt.« (Jacques Tati)
.
Heute vor 110 Jahren kam der grandiose Jacques Tatischeff (1907-1982) zur Welt, besser bekannt als Jacques Tati: wohl einer der genialsten und visionärsten Fil­me­macher der Filmgeschichte. Über sein Opus magnum Playtime (dt.: Tatis herrliche Zeiten) etwa urteilte François Truffaut: »Playtime ist mit nichts zu vergleichen, was bereits im Kino zu sehen war. Ein Film von einem anderen Planeten, wo man andere Filme dreht.«
.
Tatis Alter Ego Monsieur Hulot trat erst in seinem zweiten Spielfilm auf. Zuvor sah man Tati noch als François le facteur, den rasenden Postboten, in Jour de fête:
Jour de fête (dt.: Tatis Schützenfest) von 1947 sollte der erste französische Farbfilm nach dem Zweiten Weltkrieg werden, allerdings erwies sich das neuartige französische Farb­film­ver­fah­ren, mit dem Tati experimentierte, als tragischer Flop: die Firma ging zugrunde bevor das Ko­pier­werk errichtet war, und das bereits belichtete Filmmaterial konnte nirgends mehr ent­wick­elt werden. Dem Misstrauen von Tatis Kameramann (J. Mercanton) gegen die neue Tech­nik ist zu verdanken, dass der komplette Film aus Sicherheitsgründen parallel dazu mit einer zwei­ten Kamera im her­kömm­li­chen Schwarzweißverfahren mitgedreht worden war, was sich als Glück erwies.
Jour de fête kam erst 1949 in einer teilweise nachcolorierten Schwarzweißfassung in die Kinos: sämtliche farbigen Aspekte mussten in mühevoller Handarbeit Bild für Bild (24 Bilder pro Filmsekunde!) nachträglich angebracht werden.
(1987 begann Tatis Tochter mit der Entwicklung moderner Techniken, um das ursprüngliche farbige Originalmaterial zu rekonstruieren, ein ebenso langwieriger Prozess. Nach sieben­jäh­riger Arbeit erlebte Tatis Schützenfest in Farbe 1995 seine Weltpremiere, nun erstmals in der Form, die ihr Vater beinah ein halbes Jahrhundert zuvor im Sinn hatte.)
.
(Vor etlichen Jahren sahen wir Jour de fête wieder bei der Tati-Retrospektive im Wiener Gar­ten­baukino, und beim Schlussabspann standen die Zuschauer auf und app­lau­dier­ten, wie im Theater. Es war geradezu bewegend – etwas von der früheren Magie des Großen Kinos war zu spüren, damals vor der Popcorn&Cola-kübelweise-Ära.)

Der Amtsweg ist das Ziel.

Parteienverkehr

Und zum Trinken...
gnaddrig - Mi, 10:14
Das Krümelmonster?...
iGing - Di, 17:19
... wird traditionell...
iGing - Di, 17:14
Eigentlich wäre...
Lo - Di, 13:37
Fürchtebrot.
Lo - Di, 13:33

Amtsverkehr


Postamt

xml version of this page

Fundamt

Salzamt

mail@noehrig.at


30 Tage um die Welt
Amtsartiges
Apostrophisches
Aufgelesenes
Außerösisches
Feminologisches
Filmosophisches
Illustriertes
Kalendarisches
Mischkulantes
Nominelles
Nostalgisches
Ösitanisches
Redensartiges
Versifiziertes
Wissenswertes
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren