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Freitagstexter

Der vorherige Preisträger Kollege Bee übertrug mir die Ehre, den dieswöchigen Bewerb auszurichten – Sie kennen die Regularien:

Alle sind eingeladen, zu dem Foto (u.) einen trefflichen Kommentar, Aperçu, Kalauer, Bildtext usw. zu verfassen. Der Preisträger wird am kommenden Mittwoch hieramts bekanntgegeben und gewinnt eine Kreuzfahrt zu den Langerhans’schen Inseln, weiters obliegt ihm die Fortsetzung der Veranstaltung auf seiner Webseite. Möge die Übung gelingen:

Sunburst, halbakustisch

.. aus der Reihe: “Dinge die man einmal besaß, um die einem heute noch leid ist“ (II)

Anfang 80er-Jahre besaß ich einen halbakustischen E-Bass, ein un­de­fi­nierbares Fabrikat mit klassischen F-Löchern und schicker Sunburst-Lackierung. Der Hals war verzogen, und ich ersetzte ihn durch einen neuen Ibanez-Hals, den ich zurechtfeilte und in den Korpus einpasste. Ein Unikat von erlesener Schönheit, und nahezu unspielbar.
Wir waren eine eher unbedeutende Kellerband, aber immerhin ver­schaffte uns eine Agentin eine zweiwöchige Tournee mit zehn Auf­tritten in der Schweiz, und ein Konzert in der Zürcher Roten Fabrik kriegte sogar hervorragende Kritiken in der Lokalpresse. Ich war da­mals zum erstenmal in der Schweiz und stellte über­rascht fest, dass die Schweizer uns offenbar für eine Art exotische Hinterwäldler hiel­ten und ihrerseits überrascht waren, dass den Österreichern bereits der elektrische Strom bekannt war und wir mit Elektro-Instru­men­ten Musik machten.
Kurz danach ruinierte ich mir einen Nerv am Handgelenk und konnte deswegen nimmer spielen. Der E-Bass verstaubte über die Jahre in einer Ecke, und irgendwann verscherbelte ich ihn samt Steelphon-Röhrenverstärker zum Liebhaberpreis. Heute ist mir um das schöne alte Stück leid, wenn ichs noch hätte, würde ich es an der Wohn­zimmerwand überm Sofa aufhängen.