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Ordre d’œuvre, ..

.. oder »Bundesheer: Blogger mit Versatile Award beglückt«

Sie kennen das eh: da gewinnt man irgendwas, paar hundert Millionen in der Staats­lotterie von Burkina Faso oder sonstwas, obwohl man gar nirgends mitgespielt hat, dafür muss man eine Reihe persönlicher Details über sich preisgeben, zum Beispiel Kreditkartennummer plus PIN-Code undsoweiter, Sie wissen schon. Jetzt wird man hieramts von der netten Kollegin Bartynova mit einem Versatile Award beglückt, was einerseits der Blogger-Eitelkeit gehörig den Goder krault, zugleich ist man aber zur Preisgabe von sieben vertraulichen Amtsinterna angehalten, die vorher noch keiner gewusst hat – also bitte:
  • Als Kind hatte ich eine Strickliesel. Einmal hatte ich Gelbsucht und musste wo­chen­lang im Bett bleiben, während ich eine kilometerlange Wollwurst fabri­zierte, aus der meine Oma Hauspatschen für meinen kleinen Bruder machte.
  • Einmal habe ich ein Mädel geküsst, obwohl die vorher geröstete Leber gegessen hat. Das muss wahre Liebe gewesen sein, sonst hätte ich sowas nicht getan.
  • Einmal stand ich auf der Titelseite der Kronen Zeitung. Die Schlagzeile hieß »Schnee­chaos in Wien: Tausende kamen zu spät zur Arbeit!« – einer von denen war ich.
  • Einmal gewann ich bei einem Literaturwettbewerb den dritten Preis, an wel­chem der später mit zahllosen Awards beglückte Dichter Franzobel* ebenfalls teilnahm, aber nur Vierter wurde.
  • Einmal hatte ich einen erotischen Traum, in dem ich Queen Latifahs Zehen lutschte.
  • Meine Ex-Frau und meine Mutter (d.i. ihre Ex-Schwiegermutter) feierten mit­einander unseren 25. Hochzeitstag und entschuldigten sich später, weil sie ver­gessen hatten mich auch dazu einzuladen.
  • Einmal schenkte mir meine Tochter zum Vatertag ein T-Shirt* mit dem Auf­druck »Netter älterer Herr«, dabei bin ich überhaupt nicht nett.
Die Amtskollegen, welche es mit den Versatile Awards im weiteren zu beglücken gilt, wie ge­for­dert, entnehmen Sie bitte der Auflistung rechts in der Blogroll, danke.

(Abb.: Beglückter Blogger, mit Versatile Award.)

Horror-Crash (Foto: Leser-Reporter)


»Der „Bohemia“ wurde vom 17. d. gemeldet: „In Bodenbach weilt eine aus fünf Per­sonen bestehende Gesellschaft aus Berlin, welche die Fahrt von Berlin hieher mittels Automobils zurückgelegt hat und nach Prag weiterfahren wollte. Gestern Nachmittags unternahm die­selbe, drei Herren und zwei Damen, von Bodenbach aus eine Fahrt nach dem hohen Schnee­berg und benützte hiezu das Automobil. Auf dem Rückwege, es war gegen 10 Uhr Abends, functionirte die Bremse nicht mehr vollständig, so daß zwei Herren und die beiden Damen es vorzogen, vor Kalmswiese, wo die Straße sich sehr steil zu senken beginnt, aus­zu­steigen, während der dritte Herr die Fahrt auf der abschüssigen Straße allein fort­setzte. Bald verlor der Insasse mit dem vollständigen Versagen der Bremse die Herr­schaft über den Wagen, und in rasendem Lauf sauste das Automobil die Straße herab. Der Führer wurde aus dem Wagen geschleudert, welcher sich mehrmals überschlug und im Straßen­graben zerschmettert liegen blieb. Der Verunglückte, Namens Wilhelm Böhm, Rentier aus Berlin, 33 Jahre alt, erlitt mehrere schwere Verletzungen am Kopfe, einen Bruch des rech­ten Oberarmes und der linken Kniescheibe. Die sofort durch Bewohner von Kalms­wiese her­bei­geholten Aerzte Dr. Hofmann und Dr. Kugel legten dem Schwer­ver­letzten einen Noth­verband an und veranlassten seine Trans­por­tirung in das Tetschener Krankenhaus.“ Der Freundlichkeit der Firma Emil Wünsche, Actiengesellschaft für photo­graphische Industrie, Dresden u. Bodenbach, verdanken wir eine durch die Herren Emil Wünsche und Max Gnausch auf der Unglücksstätte erfolgte Originalaufnahme, die wir in dem Bilde wiedergeben.«