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In 30 Tagen um die Welt, 30. Tag


.. in der Schweiz

Die Schweiz ist ein exotisches Land außerhalb Europas, wo man trotzdem ohne Jetlag hinfliegen kann. Auch die Sprache ist exotisch.

Letzte Woche will ich in einer Einkehrwirtschaft in Winterthur eine Suppe bestellen, sagt die Kellnerin: “Supp’ isch fertig.“
“Fein,“ sag ich, “Suppe nehm ich.“
und die Kellnerin: “Supp’ isch fertig!“
Ich: “Gut. Ich nehm eine.“
Kellnerin: “Aber d’ Supp’ isch fertig !!“
Ich: “Dann her damit.“
Kellnerin: “Supp’ isch FERTIG !!! du Hornochs!“

Ja, die Schweizer – “Essen ist fertig“ sagen die anstatt “Essen ist aus“.
Seltsame Sprache.
Hab mich schon öfters gewundert, warum die Schweizer nicht einfach ganz normales Deutsch reden wie andere Leute auch, wir Österreicher zum Beispiel –
Gestern mittag will ich in Wien ein Gulasch essen, aber der Wirt sagt:
“Gulasch is gar. Derf ’s was anders sein?“
“Essen ist gar“ sagt man in Österreich für “Essen ist aus“, wie jedermann weiß.
Darum versteht man die Österreicher auch besser als die Schweizer.

Eine Vernehmlassungssitzung ist nichts komisches, jedenfalls in der Schweiz nicht.

(wie man übrigens herausgefunden hat, ist die Schweiz flächenmäßig beinah so groß wie Deutschland. Man müsste sie nur bügeln.)
Nick_Melville - Di, 00:31

sushi, sag bloss, du bist in der schweiz?

nömix - Di, 09:58

Nein, das war letzte Woche. Hab mir gedacht, wenn die kane scharfen ß haben fahr i wieder ham.
Iggy - Sa, 15:49

irgendwo in deutschland

habe ich mal gehört: essen ist aus!
da dachte ich mir, es wäre spazierengegangen.

pivu (Gast) - Di, 15:50

noch schlimmer, hier heisst's "Essen ist alle"!

Oh Hilfe,

ich glaube, ich würde sowohl in der Schweiz als auch in Österreich nur Bahnhof verstehen.

simplex - Di, 21:22

"Da vorn isch dann die Pischte fertich," soll der Schweizer im Fall von Sackgassen formulieren. Dann ist schnelles Bremsen angebracht. Ein nicht ungefährlicher Dialekt.

la fille rousse - Mi, 11:30

mein großvater, der sich unerklärlicherweise im laufe seines lebens einige fränkische ausdrücke angeeignet hat, sagt immer, wenn vom essen noch ein restchen im topf geblieben ist "wer mags ausmachen?" und meint damit aufessen. licht kann man ausmachen, aber essen...? auch sehr seltsam.

diefrogg - So, 11:19

Das war aber eine merkwürdige Kellnerin! Eine richtige Winterthurerin würde nämlich nie "Supp'" sagen. Sie würde sagen: "D'Suppe'n'isch fertig." (Das "n" ist ein Bindekonsonant, den wir hierzulande zwischen allzu viele Vokale stecken). Eher noch würde sie aber sagen: "Es hätt läider käi Suppe meh!" (Es gibtleider keine Suppe mehr). Naja, wahrscheinlich stammte sie aus Deutschland, Österreich oder Ex-Jugoslawien wie die meisten Kellnerinnen und Kellner in der Schweiz.

nömix - Mo, 08:42

Ja, ich versteh euer alemannisches Idiom eh nur in rudimentären Ansätzen ;)
(bin damals für eine Liechtensteiner Spedition gefahren, der Disponent, pardon: Dischponent sagt mir am Handy sowas wie:
“In Zischdig hasch g’höri zitig z’Lutrach z’si, z’Ihfuhrabteilig.“ (oder so ähnlich)
Sag ich: “Nix verstanden. Sag mirs auf deutsch.“
Sagt er: “In Zischdig hasch g’höri zitig z’Lutrach z’si, z’Ihfuhrabteilig !! Häbscht mi?“ (oder so ähnlich ..)
Sag ich: “Schreib mirs als SMS.“
Seiner SMS konnte ich dann entnehmen, dass ich “am Dienstag möglichst früh in Lauterach sein solle, bei der Einfuhrabteilung.“
Da drauf muss einer erst mal kommen ;)

    (haben Sie übrigens gewusst, dass ..

    .. die Schweizer für ihre Schrift keine scharfen S übrig haben weil sie die alle auf ihren Bergstraßen brauchen, für die vielen scharfen S–Kurven.

    .. ein deutscher Bundesförster im Revierdienst »seines Amtes waltet«, hingegen sein Schweizer Kollege »seines Waldes amtet«.)

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