In 30 Tagen um die Welt, 8. Tag
.. kleiner Abstecher nach Köln:Da setzt sich in Köln so ein Seppel daheim vor seine Videokamera und filmt sich selber dabei, wie er eine Bockwurst verspachtelt. Dann stellt er sein Opus als Selbstfilm™ online und löst darüber in diversen Filmer-Foren breitgefächerte Diskussionen aus, nach dem Motto: Was, bitte, will der Künstler dem Publikum damit sagen?
Avantgarde, liebe Brüder und Schwestern im Geiste, über Avantgarde stellt man derlei profane Fragen gar nicht erst. Der große Avantgardist John Cage (1912-1992) hat sich einmal auf die Bühne gesetzt und coram publico eine viertel Stunde lang einen Apfel gefuttert. Anschließend verbeugte er sich manierlich und trat unter verhaltenem Applaus wieder ab.
Was nun genau wollte Meister Cage seinem geneigten Publikum mit dieser Darbietung vermitteln? Na, vermutlich auch nix anderes wie unser kölscher Kleinkunst-Kollege mit seiner Wurstverzehr-Nummer: eben nix, vermutlich. Oder vielleicht ja doch was. Aber was? Wer weiß das schon.
“Kunst kommt von Können“ hat einer mal postuliert *) – und möglicherweise ist es ja genau das, was uns Herr Kollege B. mitzuteilen beabsichtigt, wenn er unsere Frage “Warum leckt sich ein Hund seine Eier?“ mit dem denkwürdigen Halbsatz beantwortet: “Weil er’s kann.“
Selbstkunst aus Köln. Man darf gespannt sein, was als nächstes daherkommt ..
Zurück nach Augsburg.
*) (Max Liebermann (1847-1935) war das übrigens, um genau zu sein,
und sein Merksprüchlein lautet unverkürzt, in gefälligem Stabreim:
“Kunst kommt von Können. Käme sie von Wollen, würde sie Wulst heißen.“)
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update: mittlerweile gibts über den seltsamen Spezi eine preisgekrönte 30 min- Dokumentation der beiden Würzburger Filmer Hanni Welter & Alex Weimer:
“Herr Müller – Herr Schulze“ [.wmv]
(ein Interview mit den Filmemachern gibts dazu hier.)
30 Tage um die Welt - Mo, 09:30


