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von Lednické Rovne nach Kairouan
Globalisierung,
noch ein Beispiel: der (koreanische) Autozulieferer Y. stellt in der slowakischen Tatra eine Werkshalle in die grüne Wiese, dafür gibts div. Subventionen aus Brüssel, EU-Randzonenförderung usw. Dann startet der Pendelverkehr:
Vorletzten Donnerstag übernehm ich dort oben eine Komplettladung leere Plastik-boxen, leere wohlgemerkt, damit gehts zum Zoll nach Bratislava. Anschließend weiter nach Genua, Freitagabend geht die
Fähre nach Tunis.
Im tunesischen
Filialwerk werden die Plastikboxen mit Auto-Zubehörmaterial gefüllt, produziert von emsigen, fröhlichen & plauderfreudigen maghrebinischen
Mädchen in 12-Stunden-Fließbandschichten, 6 Tage die Woche, für umgerechnet rund 120.– € Monatslohn. Die maghrebinischen Männer tun nix, die sitzen herum und trinken Pfefferminztee und schauen den Mädels beim Malochen zu. Dazwischen läuft ein Dutzend koreanischer Werks-Manager herum, mickrige kleine gelbe Männlein in Kunstfaser-Anzügen mit Zigaretten im Mundwinkel und demonstrativ zur Schau getragener grimmiger Verächtlichkeit gegenüber all den maghrebinischen Arbeits-Sklavinnen, Herumsitzern & Teetrinkern, österreichischen Fernfahrern und dem Rest der Welt gleichermaßen.
Zurück nach Europa. (in Genua zwickt es dermal – bleibe zwei Tage im
Zollhafen hängen, kann passieren. Meistens dauerts am Zoll kaum ein, zwei Stunden, aber gelegentlich gibts Stichkontrollen wg. Schmuggeltransporten/illegalen Immigranten usw. Macht nix, spaziere ich derweil zwei Tage in Genua herum, sehenswerte Stadt.
Kolumbus wurde hier geboren.)
In der slowakischen Filiale der Firma Y. wird das tunesische Automaterial entladen, mit (nehm ich mal an, rein vermutungshalber) »Made in EU«–Ursprungszertifikaten aufgebrezelt, wiederum verladen und an verschiedene europäische Autohersteller ausgeliefert. Ich fasse eine neue Ladung leere Plastikboxen aus, und los gehts wieder nach Afrika, nächste Runde.
