Filmosophisches

28. Februar – Wer das liest, muss sterben.

Heute vor 123 Jahren wurde Ben Hecht (1894-1964) geboren, einer der bedeutendsten Dreh­buch­autoren der Filmgeschichte.

Ben Hecht schickte einem Produzenten einmal ein Drehbuch, nach einem halben Jahr hatte der es noch immer nicht gelesen. Also schickte er ihm das gleiche Drehbuch noch mal, aber mit einem neuem Titel auf dem Umschlagblatt:
    »Wer dieses Drehbuch liest, muss sterben!«
Zwei Tage später rief ihn der Produzent an: natürlich hatte der es sofort gelesen.

Die Macht des Titels. Testen Sie selbst – es darf nur EIN Titel angeklickt werden, für welchen würden Sie sich entscheiden: (Wer das gelesen hat, muss sterben.)

20. September

Sophia Loren feiert heute Geburtstag, in unverblasster Grandezza. 1959 spielte sie unter der Regie von Casablanca-Regisseur Michael Curtiz die Titelrolle in dem Kos­tüm­schinken Prin­zes­sin Olympia. Neben Sophia Loren und Maurice Chevalier spielt darin ein Oldtimer Laurin & Klément Modell 1909 eine tragende Rolle, und der Chauffeur dieses Oldtimers war mein Schwiegervater.
Das kam so: die Besitzerin des Oldtimers, eine über achtzigjährige Dame, hatte ihn seinerzeit von ihrem Herrn Vater geerbt und jahrzehntelang in einer Wiener Garage eingemottet, als er 1959 von der Requisitenabteilung von Carlo Pontis (Sophia Lorens Ehemann) Film­pro­duk­tionsfirma aufgestöbert und für die Dreharbeiten angemietet wurde. Kein Mensch hatte eine Ahnung, wie das alte Stück in Betrieb zu setzen war, die Filmleute wandten sich an den ÖAMTC (österr. Pendant zum ADAC) um Rat. Und mein Schwiegervater, damals junger Pannendienstfahrer beim Automobil-Club, wurde für die Sache abkommandiert, er besorgte sich aus Archiven technische Unterlagen und begann an dem verstaubten Erbstück in der Garage herumzuschrauben: nach einer Woche sprang er an und lief wie am Schnürchen. Er wurde auf einem Lkw in die Cinecittá-Filmstudios verfrachtet, mein Schwiegervater kriegte einen Ver­trag von der Pro­duk­tions­firma und ein Flugticket nach Bella Roma.
Bei den Dreharbeiten fuhr er den Laurin & Klément souverän, Regisseur Curtiz war zufrie­den und klopfte ihm auf die Schulter. In den Drehpausen saß er neben den großen Filmstars. Sophia Loren sei sehr nett gewesen und habe ihm natürlich gefallen, erzählt er, geflirtet habe er aber nicht mit ihr: »Ich bin ja nicht deppert, und fang mir was mit der Frau vom Chef an.«

16. August

Heute vor 62 Jahren wurde Blockbuster-Regisseur James Cameron geboren, in einem Kaff namens Kapuskasing in Ontario/Kanada.

(Einmal sah ich sein Opus magnum Titanic im Fernsehen. Anlässlich des Dialogsatzes –
    »Das Herz einer Frau ist ein tiefer Ozean voller Geheimnisse.«
– fiel mir vor lauter Flachsinn eine Zahnplombe raus, Vierer links oben. Ob ich Herrn Ca­me­ron für die Zahnarztkosten verklagen kann?)

22. Juni

Heute vor 110 Jahren wurde Billy Wilder (1906-2002) geboren.
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Als Wilder 1957 für die Dreharbeiten zu »Liebe am Nachmittag« nach Frankreich reiste, trug ihm seine Frau auf, dort ein Bidet zu besorgen und bei seiner Rückkehr mitzubringen. Sie hatte einmal bei einem Hotelaufenthalt in Paris eins gesehen und wollte sowas auch in ihrem Bade­zimmer, aber in den USA ließ sich so ein Ding damals nicht auftreiben.
Wilder wandte ein, es könne schwierig werden, unbemerkt ein Bidet aus einem Pariser Hotel­badezimmer mitgehen zu lassen, er wolle es jedoch versuchen.
Leider gelang es Wilder in Frankreich nirgends, ein Bidet zu beschaffen, also schickte er sei­ner Frau ein Telegramm:
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++ bidet nicht erhaeltlich ++ empfehle handstand unter dusche ++
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8. Juni

Heute vor 98 Jahren wurde der Wiener Schauspieler, Kabarettist und Drehbuchautor Gunther Philipp (1918-2003) geboren. Viele Jahrzehnte lang kasperte er in seiner populären Para­de­rolle als Ohrenwachler & Knallcharge vom Dienst durch unzählige Klamaukfilme.
Nicht jeder weiß, dass Dr. med. Gunther Placheta (sein richtiger Name) neben seiner Kar­ri­e­re als Filmkasper einer der erfolgreichsten österreichischen Leistungs- und Motor­sportler, sowie promovierter Facharzt für Neurologie und Psychiatrie war.

Gunther Philipp war beruflich ebenso wie privat
ein unermüdlicher Schmähreisser, er sagte z.B.:
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»Mit Ohrenschmerzen geh ich zum Ohrtopäden,
wenn mir die Därm’ wehtun, zum Därmatologen,
und mit Genickschmerzen zum Genickologen.«
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30. Mai

Heute vor 120 Jahren wurde der große Regisseur Howard Hawks (1896-1977) geboren.

Howard Hawks führte Regie bei der Verfilmung von The Big Sleep (mit H. Bogart & L. Bacall) – nach einem Drehbuch von William Faulkner, basierend auf dem Roman von Raymond Chandler. In einer Szene sollte ein Auto mit einer Leiche darin aus einem Fluss gefischt wer­den. Der Produzent Jack L. Warner wollte wissen, welchen Sinn der kostspielige Take für den weiteren Verlauf  der Handlung haben sollte.
Hawks wusste darauf keine Antwort und fragte bei Chandler nach, der ebenfalls keine Er­klä­rung hatte.
Also riefen sie Faulkner an, aber der kläffte ins Telefon:
»Der Produzent hat keine Ahnung, worum es in dem Film geht, der Regisseur nicht und der Ro­man­autor auch nicht – woher zum Kuckuck soll es ausgerechnet der Dreh­buchautor wissen ??!«

WHO will »rauchfreie Filme«

Jetzt will die WHO alle Filmszenen, in denen die Darsteller beim Zigarettenrauchen zu sehen sind, aus den Kinos verbannen, weil diese die heranwachsenden Zuseher zur ge­sund­heits­be­einträchtigenden Nachahmung animieren könnten.
Über die Verbannung aller Filmszenen, in denen die Darsteller z.B. Auto­fah­ren wie die Voll­deppen, welche die heranwachsenden Zuseher ebenfalls zur ge­sund­heits­be­ein­träch­ti­gen­den Nach­ahmung animieren könnten, wurde bislang noch nichts be­kannt.
Undsoweiter ..

13. August

Heute vor 116 Jahren wurde Sir Alfred Hitchcock (1899-1980) geboren. Hätten Sie gewusst, dass Hitchcock seine beiden allerersten Filme in Germany drehte, nämlich in den Bavaria-Filmstudios in Geiselgasteig/Grünwald, sowie in Tirol.

Sein zweiter Film nannte sich »The Mountain Eagle« (1926), eine bizarre Geierwally-Schmon­zette, die in einem Bergdorf  namens Stanton in den Kentucky Hills spielt. Die Außen­auf­nah­men fanden in den Tiroler Alpen statt, mit einheimischen Komparsen. Kentucky-Hill­billys, die sich auf tirolerisch unterhalten, hätten sich bestimmt reizvoll angehört, schade dass es damals noch keinen Tonfilm gab – der kam erst zwei Jahre später. Hitchcock fand übrigens nie he­raus, dass sein Tiroler Drehort in Wirklichkeit gar nicht Stanton hieß, sondern St. Anton.

 Abb.: Hitchcock (2. v. re.) bei Filmaufnahmen in den Tiroler Alpen, Winter 1926
.
»Rope« (dt.: »Cocktail für eine Leiche«) war Hitchcocks erster Film den er auch selbst produ­zierte, und für die Dreharbeiten reiste er mit seinem Filmteam in die USA. Im Einreise­for­mu­lar gab er als Berufsbezeichnung »Produzent« an.
»Und was produzieren Sie ?« wollte der Zollbeamte wissen.
Hitchcock antwortete: »Gänsehaut, Sir.«

21. Juni

Heute vor 110 Jahren wurde Jean-Paul Sartre (1905-1980) geboren.

Luis Buñuel regte Sartre einmal an, ein Film-Drehbuch für ihn zu schreiben. Ein Drehbuch hat gewöhnlich um die 100 bis 150 Seiten, aber kaum drei Monate später lieferte Sartre 800(!) eng beschriebene Seiten ab. Buñuel schüttelte den Kopf:
»Das ist kein Drehbuch. Das kann man unmöglich so verfilmen.«
Aber Sartre entgegnete:
»Natürlich ist das noch kein Drehbuch. Es ist ja erst das Treatment*).«
___________
*) (Treatment = Inhaltsübersicht, Kurzfassung).

7. April

Heute vor 76 Jahren wurde der große Francis Ford Coppola geboren.

Als seine Tochter Sofia Coppola für ihr Drehbuch zu Lost in Translation den Oscar erhielt, wurde ihr berühmter Vater gefragt, wie viel er wohl zu dem Erfolg seiner Tochter mit bei­ge­tra­gen habe.
»Mit beigetragen?« entgegnete darauf Papa Coppola, »ohne mich hätte es diesen Erfolg nie ge­ge­ben!«
Erstaunte Frage: »Ja, stammt das Drehbuch denn von Ihnen?«
Coppola: »Nein, aber die Autorin.«

Der Amtsweg ist das Ziel.

Parteienverkehr

Vielleicht hat...
gnaddrig (Gast) - Mi, 22:21
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Trithemius - Mi, 13:38
;-))
Lo - Mi, 05:57
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Shhhhh - Di, 23:49
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