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“Es ist schon alles gesagt worden, aber noch nicht von allen.“

(Karl Valentin)

Filmosophisches

Das IITS–Argument

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, warum die z.B. in “Star Wars“ ständig mit ihren affigen Laser-Schwertern fechten müssen – warum die nicht einfach schießen? Wär doch einfacher.
Oder: warum die Autoknacker in Filmen grundsätzlich das Fahrerfenster einschlagen, wenn sie ein Auto klauen, niemals ein anderes. Fährt sichs mit einem geklauten Auto besser, wenn der Fahrersitz mit Glassplittern gespickt ist?
Oder: schießt man auf ein Auto, in dem die bösen Jungs sitzen, explodiert es. Schießt man auf ein Auto, in dem die guten Jungs sitzen, gibts Löcher in der Heckscheibe. Die Windschutzscheibe bleibt stets unbeschädigt. Werden die Kugeln durch die Heckscheibe abgebremst und fallen hinter dem Fahrersitz zu Boden?

In “Sphere – Die Macht aus dem All“ fühlt Tiefseetaucher №1 (Dustin Hoffman) seinem Kollegen Tiefseetaucher №2 (Samuel L. Jackson) den Puls am Handgelenk – obwohl beide Handschuhe & Tiefseetaucheranzüge anhaben. Und diagnostiziert: “Dem Kollegen gehts nicht gut.“ (im Zivilberuf ist Taucher №1 übrigens Arzt. Landarzt vermutlich, nicht Seearzt.)

Oder: wie Melanie Griffith in “Milk Money – Taschengeld“ versucht ihr Auto zu starten, aber es will nicht anspringen. Grimmig startet sie weiter, der Starter dreht auf Hochtouren, aber: der Motor springt nicht an. Bis Schlaumeister Ed Harris mit Starterkabeln angestiefelt kommt und fachmännisch erklärt: “Es liegt an der Batterie, Sweetheart. Ich geb Ihnen Starthilfe.“ Jetzt klappt es, Sweethearts Auto springt an. Keiner muss hier ein Fachmann sein, um den Blödsinn zu erkennen – jeder Depp kann hören dass ihre Batterie eben nicht leer sein kann, sonst hätte sie ja nicht so lange vergeblich starten können.

Die unumstößliche Antwort auf all solche Film-Rätsel liefert das IITS–Argument: “It’s In The Script“. Warum lässt sich im Film der Puls unter Wasser durch zentimeterdicke Taucheranzüge fühlen, warum pfreamelt einer mit Starterkabeln an einer vollen Autobatterie umeinander, warum sitzen Autoknacker grundsätzlich auf Glasscherben: It’s In The Script. Weil’s so im Drehbuch steht.

30. Mai

Heute vor 112 Jahren wurde der große Hollywood-Regisseur Howard Hawks (1896-1977) geboren.

Howard Hawks führte Regie bei der Verfilmung von The Big Sleep (mit H. Bogart & L. Bacall) – nach einem Drehbuch von William Faulkner, basierend auf  dem Roman von Raymond Chandler. In einer Szene sollte ein Auto mit einer Leiche darin aus einem Fluss gefischt werden. Der Produzent Jack L. Warner wollte wissen, welchen Sinn der kostspielige Take für den weiteren Verlauf  der Handlung haben sollte.
Hawks wusste keine Antwort und fragte bei Chandler nach, der ebenfalls keine Erklärung hatte.
Also riefen sie Faulkner an, aber der kläffte ins Telefon:
“Der Produzent hat keine Ahnung, worum es in dem Film geht, der Regisseur nicht und der Romanautor auch nicht – woher zum Kuckuck soll es ausgerechnet der Drehbuchautor wissen ??!“

8. Mai

Heute vor 68 Jahren wurde Peter Benchley (1940-2006) geboren, Autor des Bestsellers “Jaws / Der weiße Hai“.
Benchley lieferte auch die erste Drehbuchfassung zur Film-Adaption, sein Script erwies sich jedoch als dermaßen schlecht, dass Regisseur Steven Spielberg später sagte:

“Als ich das Drehbuch zum erstenmal las, konnte ich gar nicht anders als bis zur letzen Seite dem Hai die Daumen zu drücken.“

Dilettanten

Hoppala, liebe Pro7-Amateure – habt ihr bei euerm “Next Uri Geller“-Trickfilmchen vom “schwebenden Auto“ nicht was vergessen?

(na, ich will mal über meinen Schatten springen und den Fehler nicht gleich verraten, wer ihn findet darf hieramts in den Aktenvermerken gern Meldung darüber erschatten statten.)

“Wenn die Sonne der Kultur tief genug sinkt, werfen auch Zwerge lange Schatten.“ sagte Karl Kraus. “Fernseh-Kultur“ hat er nicht gesagt, vermutlich weils Fernsehen damals noch keins gab.

23. Dezember

Heute vor einhundertacht Jahren wurde Humphrey Bogart (1899-1957) geboren – weil er am Beginn seiner Filmkarriere ausschließlich in der Rolle als Bösewicht vom Dienst auftrat, gab die PR-Abteilung von Warner Bros. aus Publicity-Gründen sein Geburtsdatum aber mit 25. Dezember 1899 an:  um zu suggerieren, dass einer, der am Weihnachtstag zur Welt gekommen ist, nicht grundsätzlich schlecht sein könne.

(Bogart war ein ziemlich kleiner Mann, nur knapp über 1,60 Meter groß.
Das erklärt, warum die große Skandinavierin Ingrid Bergman in CASABLANCA auf seinen geflügelten Satz:  “Ich seh’ dir in die Augen, Kleines!“
erwidert:  “Ach, dazu sind Sie also auf den Stuhl gestiegen.“)

6. Dezember

Wenn einer am Nikolaustag Geburtstag hat und Nikolaus Wulstan Park heißt, hat er den Vornamen vermutlich nicht zufällig abgekriegt – wer heißt schon zufällig “Wulstan“.

Der zweifache Oscar-Preisträger Nick Park (49) ist der Schöpfer der ulkigen Plastilin-Helden “Wallace & Gromit“, “Chicken Run“ und vieler weiterer.

Mitte der 80er-Jahre tat sich Park mit seinen Partnern D. Sproxton und P. Lord zusammen, die in einer Hinterhofwerkstatt in Bristol eine Trickfilm-Produktionsfirma betrieben, Aardman Animation Studios. Wo sie das aufwendige Stop Motion- Verfahren mit Knetfiguren (“Claymotion“ Animationstechnik: engl. clay = Knet-, Modelliermasse) zur Perfektion entwickelten.

Die Aardman-Animationsfilme stecken voll Phantasie & Witz, Alles begann mit Adam:

9. Oktober

Heute vor 100 Jahren kam der grandiose Jacques Tatischeff (1907-1982) zur Welt, bekannt als Jacques Tati: der französischeste unter allen französischen Filmemachern – und wohl einer der genialsten und visionärsten überhaupt.

Tatis Alter Ego Monsieur Hulot trat erst in seinem zweiten Spielfilm auf. Zuvor sah man Tati noch als François le facteur in “Jour de fête“ (1947):



(vor zwei Jahren sahen wir “Jour de fête“ wieder bei der Tati-Retrospektive im Wiener Gartenbaukino, beim Schlussabspann blieben die Zuschauer sitzen und applaudierten: wie im Theater. Es war fast ein bissel bewegend .. etwas von der früheren Magie des Großen Kinos war zu spüren, damals vor der “Popcorn & Cola kübelweise“-Ära.)

21. Juni

Heute vor 102 Jahren wurde Jean-Paul Sartre (1905-1980) geboren.

Luis Bunuel regte Sartre einmal an, ein Film-Drehbuch für ihn zu schreiben, und kaum drei Monate später lieferte Sartre 800 (!) eng beschriebene Seiten ab. Bunuel schüttelte den Kopf:
“Das ist kein Drehbuch. Das kann man unmöglich verfilmen.“

Aber Sartre entgegnete:
“Selbstverständlich ist das noch kein Drehbuch. Es ist ja erst das Treatment *).“

*) (Inhaltsübersicht, Kurzfassung)

Warum ..

.. der Film mit dem Originaltitel “We are not alone“ in der deutschen Fassung
“Ihr seid nicht allein“ heißt, wird sich vermutlich nicht mehr aufklären lassen.

Im Film ..

.. belästigt der Straßenkünstler mit seinen Pantomime-Faxen die Leute grundsätzlich so lange, bis er von jemand k.o. geschlagen wird.
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