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Mischkulantes

Post vom Amtsschimmel

Mein Cousin M. ist von Beruf  Schauspieler, er hatte sich beim Sport einen Vorderzahn ausgeschlagen, und weil ein fehlender Vorderzahn einen Schauspieler nicht gut aussehen lässt, ließ er sich den vom Zahnarzt unverzüglich richten. Als er daraufhin bei seiner Berufskrankenversicherung um Kostenerstattung einreichte, kriegte er von denen ein Retourschreiben:
vor Übernahme der vollen Kosten für den Zahnersatz sei der Nachweis zu erbringen, dass dieser vom Versicherten ausschließlich beruflich genutzt werde.

Kindermund–Content

Mit meinen zwei kleinen Neffen im Kino, zuvor wird noch Pipi gegangen, vorsorglich. Am Kinoklo ist eine Pissoirmuschel tiefer als die anderen aufgehängt, der Kleinere stellt sich vors tiefergelegte Pissoir:
“Hehe,“ spöttelt sein größerer Bruder, “der Kleine geht aufs Kinder-Pipi.“
“Glaubst du nur,“ erwidert der Kleine cool. “Das ist für Leute mit besonders Langem.“

Ohne Worte


Leserbrief

s.g. Autor,
die Lektüre Ihrer Texte legt die Vermutung nahe,.dass Sie ein ziemlich
ungehobelter und flegelhafter Mensch sind.
ein Leser.
    s.g. Leser,
    das stimmt überhaupt nicht. Nehmen Sie das gefälligst zurück,
    Sie Arschkappelmuster.
    der Autor.

Anti-Schimmel-Aufkleber


Zum Glück hab ich das Kleingedruckte noch rechtzeitig gelesen – beinah hätt ich den Anti-Schimmel-Aufkleber vom Schuhkarton gekletzelt und gegessen ..

Ah so.



“Es geht nicht um Moral.“

(Josef Pröll) *

21. April

Heute vor 145 Jahren wurde der Nationalökonom und Kultursoziologe Max Weber (1864–1920) geboren. Die dominierende Herrschaftsform der Zukunft, postulierte er bereits vor einem Jahrhundert, werde die Bürokratie sein.

Da hat er zweifellos recht behalten, der Mann. In Brüssel und anderswo kriegen gegenwärtig ganze Regimenter von Schreibtischtätern horrende Summen unserer Steuergelder hinten reingeschoben, für nix anderes als tagaus tagein immer neue & abstrusere Faxen über Salatgurkenkrümmungskoeffizienten und Zahnpastatuben- Mitnahmeverbote in Flugzeugen und tausend andere Hirnchristlereien auszuhecken, die für das Fortkommen der Menschheit so gedeihlich sind wie ein zweites Loch im Hintern. Und das Erschütterndste daran ist garnichtmal der volkswirtschaftliche Schaden, den die damit tagtäglich anrichten, sondern die traurige Tatsache: dass wir alle diesen ganzen überbordenden Bürokraten-Wahnwitz quasi widerspruchslos und gewohnheitsmäßig über uns ergehen lassen. Das kollektive Boiling Frog-Syndrom.

Und ich sag euch, Leute, die dominierende Herrschaftsform der nahen, korrigiere: der unmittelbar bevorstehenden Zukunft wird die Kretinokratie*) sein. Wir sind auf dem direkten Weg dorthin. Und an die werden wir uns genauso gewöhnen. Wollen wir wetten.

*) (wieso steht die eigentlich noch nicht auf der Wikipedia-Liste?)

Wo warst du als das Licht ausging

Am 9. November 1965 fiel im Nordosten der USA großräumig der Strom aus, es war der denkwürdige New York Blackout: 30 Millionen Menschen saßen im Finstern, ganz New York sank in Dunkelheit. Kein Licht, kein Fernsehen. Neun Monate später verzeichnete die Statistik im betroffenen Großraum einen signifikanten Anstieg der Geburtenrate.

Gestern abend fand zum löblichen Zwecke der Rettung des Weltklimas wieder mal die Aktion »Licht aus!« statt. Eh alle brav mitgemacht?

Ob sich mit einer Aktion »Licht aus!« das Problem des Geburtenrückgangs in den Industrieländern auch so einfach beheben lässt wie das mit dem Weltklima, ist noch nicht sicher.

Gefährliche Drohung

Richard Lugner droht damit, den Opernball künftig nicht mehr zu besuchen.

Wer genau sich jetzt aller wegen seiner Drohung zum fürchten hat, ist nicht ganz restlos geklärt.
(“Recht in die Finger frieren solls mich, weil mir der Vater keine neuen Handschuh kauft!“)

Sparprogramm

Dem ORF droht die Pleite, Generaldirektor Wrabetz kündigt rigide Sparmaßnahmen an. Beim Programm soll allerdings nix gespart werden, denn –
    Wrabetz: “Beim Programm geht’s nicht mehr.“ *)
Wie wahr.
(bissel billiger tät’s vielleicht doch noch gehen, wie wärs mit: Testbild statt bewegten Bildern. Oder: 24 h live Wetter-Webcam vom Küniglberg ..)
Na gut, Zynismus hilft wohl in dem Fall nicht weiter, bitte daher um konstruktive Vorschläge wie sich das ORF-Programm noch tieferlegen die Sendezeit noch billiger füllen ließe als bisher – wie wärs z.B. mit “Seher-Filmern“ nach Vorbild der “Leser-Reporter“ in div. Print- & Onlinemedien: die Leute schicken selber fabrizierte Videos ans Fernsehen, fürn Appel und ’n Ei, so kriegt man preisgünstig Content zum senden zusammen und erspart sich viel Geld für teure Programmkosten. Geld, das woanders wesentlich vordringlicher vonnöten ist, etwa für obszön fette Personalaufwendungen undsoweiter.)

*) (sagt übrigens derselbe Mann, der uns letztes Jahr “die größte Programmreform in der Geschichte des ORF“ angekündigt hat.)

Der Amtsweg ist das Ziel.

Parteienverkehr

Ja, es ist freilich...
nömix - Do, 01:27
mamma mayer!
knoedelmoedel - Mo, 12:14
“Reflexivität“...
nömix - So, 19:59
Bei diesem 'sich'...
walhalladada - So, 18:21
ich dachte, die...
testsiegerin - So, 17:59

Amtsverkehr

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