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Definieren Sie den Begriff  “Migrationshintergrund“

Ein Statistiker, ein Logiker und ein Analytiker fahren durchs Waldviertel, sie sehen zwei Schafe: ein schwarzes und ein weißes.
    Sagt der Statistiker: »Im Waldviertel gibt es 50 Prozent schwarze Schafe.«
    Sagt der Logiker: »Im Waldviertel gibt es mindestens ein schwarzes Schaf.«
    Sagt der Analytiker: »Im Waldviertel gibt es mindestens ein Schaf, das auf
    mindestens einer Seite schwarz ist.«
Statistiken lassen sich bekannterweise auf unterschiedliche Arten interpretieren, z.B. faktisch richtig, (unabsichtlich/oder absichtlich) falsch, oder faktisch unsinnig.
      (FORMAT 39/2010)
»Ganze 44 Prozent von den 1,7 Millionen Wienern haben laut aktuellem Diversitäts­monitoring einen Migrationshintergrund; bei 744.000 Wienern wurde also mindes­tens ein Elternteil im Ausland geboren.«  *)

Was für ein Unsinn. Ich bin Wiener, gebürtiger Niederösterreicher. Mein Vater wurde in Reichenberg/Deutschböhmen geboren – wie kommen die zu der willkürlichen Inter­pretation, dass ich deswegen meine Wurzeln im Ausland hätte? Meine Tochter ist Wienerin, ihre Mutter (Wienerin, gebürtige Linzerin) kam während eines vorüber­gehenden Aufenthalts ihrer Eltern (gebürtige Linzer) in Kanada zur Welt. Wieso kommen die auf den Einfall, daraus abzuleiten dass meine Tochter einen Migrations­hintergrund hätte?

Somit weist die im Diversitätsmonitoring angeführte Prozentzahl der Personen, die per definitionem als “Wiener mit Migrationshintergrund“ gelten, allein für meine Familie eine 100-prozentige Unsinnigkeitsquote auf.
Fazit: Vollkommen willkürliche & faktisch unsinnige Interpretation einer Statistik.

Soziolektisches

Als Soziolekt bezeichnet die Soziolinguistik Sprachvarietäten (Jargons), die innerhalb einer bestimmten Gruppe (z.B. Altersgruppe) verwendet werden. An ihren Worten sollt ihr sie er­kennen.

Meine Tochter war zehn oder elf, als sie damals im Deutschunterricht als Klassen­projekt eine Schülerzeitung gestalten sollten. Die anderen Kinder schnippelten belie­bige Zeitungsfotos aus und schrieben mehr oder weniger phantasievolle Artikeltexte dazu, aber mein Kind und ihre Schulfreundin beschlossen: Wir machen eine Reportage über die Polizei, und stiefelten mit Schreib­block und Fotoapparat los zum nächsten Wachzimmer.
Die Polizeiwache am Wiener Franz-Josefs-Bahnhof gleicht einem Hochsicher­heits­bunker, als Normalsterblicher kommt man dort für gewöhnlich überhaupt nicht rein oder höchstens in Handschellen. Elektronische Stahltür, Videoüberwachung, Gegen­sprechanlage. Aber die beiden Kinder läuten unverdrossen an und müssen sich auf die Zehenspitzen stellen, weil die Sprechanlage so hoch hängt, und sagen: “Wir machen eine Zeitung, können wir ein Interview machen.“ Und die Polizeibeamten lassen sie tatsächlich rein, durch diverse Sicherheitsschleusen bis in die Komman­do­zen­trale. Beant­worten ihre Interviewfragen wie “Haben Sie schon einmal einen Räuber erschossen? Haben Sie einen Polizei­hund?“ usw., die zwei Mädels schreiben eifrig mit, und daraus wurde ein schöner Artikel für ihre Schülerzeitung.

Reporter-Karriere hat meine Tochter später trotzdem keine ein­ge­schla­gen, jemand anderer wurde Polizei Reporter bei ÖSTER­REICHs bester Zeitung zum besten Preis *).

Alki-Biker. Aus Soziolekten lässt sich auf die Zu­ge­hörigkeit des Verwenders zu einer bestimmten Gruppe (z.B. Alters­gruppe) schließen. Fragen Sie Ihren Soziolinguistiker.

Vielleicht werden bei ÖSTERREICHs bester Zeitung zum besten Preis ja Elfjährige als Polizeireporter eingesetzt, weil Kinder leichter an Polizeiinformationen kommen, s.o.