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18. November – Kategorisches

Heute vor 109 Jahren wurde der Wiener Theater- und Fernsehschauspieler Guido Wieland (1906-1993) geboren.

Meine Oma selig weigerte sich zeitlebens, so neumodernes Zeugs wie einen Fernseher beim Namen zu nennen. Radio hören hieß für sie Radio hören, und fernsehen hieß Radio schauen.

Kollege Trithemius berichtet hier über seine Frau Großmutter und deren Radio, und dass die Menschen im Werbefernsehen stets attraktiver erscheinen als in der Wirklichkeit.

Meiner Oma aber bereitete das Fernsehen eine überaus enttäuschende Erfahrung. Sie war eine glühende Verehrerin von Guido Wieland gewesen, dessen schöne klangvolle Stimme sie lediglich aus ihrem Radio kannte und die ihr so gut gefiel, dass sie sich den dazugehörigen Sprecher als den denkbar attraktivsten Mann vorstellte: wer so wunderschön sprach, der musste in ihrer Vorstellung auch ein wunderschöner Mann sein.
Als sie ihn aber dann zum erstenmal im Fernsehen sah (in einer Werbesendung für Tief­kühl­spi­nat, noch dazu), da war Guido Wieland ein relativ kleiner älterer Herr mit Brille und wenig Haaren, und meine Oma von seinem Aussehen maßlos enttäuscht – und somit das Idealbild, welches sie sich in ihrer Phantasie bis dahin von ihm ausgemalt hatte, ein für allemal ruiniert. Die Schuld für ihre bittere Enttäuschung schrieb sie dem Fernsehen zu, und fällte ihr kate­go­risches Urteil:
    »Es Radioschaun hod ka Guat’s ned.«
    (»Das Fernsehen hat nichts Gutes.«)

Bananen statt Jungfrauen

»Die religiöse Manie gilt als die vorherrschende Form von Geistes­krank­heit.«
(Henry Coswell, 1839)

Wie soll man mit diesem Irrsinn fertigwerden. Verharren in sprachloser Fassungslosigkeit? Re­flexartiges Ableieren sinnleerer Laberfloskeln (»aufs Schärfste zu ver­urteilen, bla­bla ..«) – oder mit unangebrachtem Dumm­schwatz drauflosplatzen? (etwa der un­ver­meid­li­chen Idiotie über »Freitag, der 13.=Unglückstag«, undsoweiter.)

Mir fällt dazu nix mehr ein außer Sarkasmus. (wer damit nichts anfangen kann, der lasse das Weiterlesen hier sein.)

Mal abgesehen davon, was einem an der Phantasievorstellung, für den Rest der Ewigkeit im Jen­seits mit einer ewigen Erektion & 72 Jungfrauen abzuhängen, so überaus un­widerstehlich erscheinen mag – wieso bringt es keiner (religiöse Autoritäten, geist­li­che Führer, Imame, sonstwelche maßgebliche Stimmen) in Zeiten des Internet zuwege, auch diesen fanatisierten Geis­tes­kran­ken längst sattsam Bekanntes darzulegen: dass es sich bloß um einen läppischen Übersetzungsfehler handelt (wie das biblische Kamel, welches anstelle eines Seils durchs Nadelöhr geht) – im Paradies gibts Weintrauben, keine Jungfrauen.
Und jetzt Sarkasmus: man stelle sich vor, wie all diese erektionsmotivierten Triebtäter, die grad sich selber plus eine möglichst hohe Anzahl Ungläubiger (inkl. Frauen & Kinder) um­ge­bracht haben, in Scharen vor der Himmelstür auf der Matte stehen und die erhoffte Be­loh­nung dafür erwarten, und sich vom Torhüter (oder sonstigem islamischen Pendant zu Petrus vor dem Himmelstor) anhören müssen: »Sorry Leute, aber das mit den 72 Jung­frauen ist ein Über­setzungsfehler, es heißt Weintrauben. Weintrauben sind wegen des großen An­drangs mo­ment­an leider aus, dürfen’s stattdessen 72 Bananen sein?«
Nur schade, dass diese Geistesgestörten ihre dummen Gesichter, die sie danach im Jenseits machen würden, nicht vor ihren Taten sehen können.