Redensartiges

10. September

Heute vor zehn Jahren war es, am 10. September 2006, als Papst Benedikt XVI. beim Frei­luft­gottesdienst auf dem Gelände der Neuen Messe München vor 250.000 Zuhörern die denk­wür­dige Diagnose erstellte:
    »Es herrscht zu viel Vernunft in der Welt.«
Und die Menschheit dazu aufrief, sich in ihrem Handeln weniger von Vernunft, dafür stärker von religiösen Werten leiten zu lassen.

Wie sich erweist, haben sich offenbar viele Leute in der weiten Welt seinen Aufruf zu Herzen genommen und ihre Vernunft an die Garderobe gehängt, um ihm artig Folge zu leisten. Das wird den frommen Mann bestimmt sehr freuen.
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»Die religiöse Manie gilt als die vorherrschende Form von Geisteskrankheit.«
bemerkte Henry Coswell, im Jahr 1839. Daran hat sich seither nix geändert.

Schlagkräftiges Argument


    .(Alte Volksweisheit)

Sustentionelles

Die Sustentio(n) ist eine rhetorische Figur, indem z.B. ein Sprichwort bzw. eine bekannte For­mu­lie­rung unerwartet abgewandelt wird. (Wikipedia)
(Wolfgang Neuss)
(aufgelesen von Kollege kid37)

31. März

Heute vor 144 Jahren wurde die russische Schriftstellerin Alexandra M. Kollontai (1872-1952) geboren.
Auf einem literarischen Abend langweilte ein aufstrebender junger Dichter die Gesellschaft mit seinen hochtrabenden Ambitionen: »Mit meinem Schaffen,« so tat er dramatisch kund, »möchte ich etwas Großes, Reines vollbringen!« – Alexandra Kollontai riet ihm da­rauf­hin: »Waschen Sie einen Elefanten.«

29. Jänner

Heute vor 136 Jahren kam der große Zyniker und Misanthrop W.C. Fields (1880-1946) zur Welt, er sagte das garstige Bonmot:
    »Wer Hunde und Kinder nicht ausstehen kann,
     kann kein grundsätzlich schlechter Mensch sein.«
Mein geschätzter Kollege Mario Bernold, grundsätzlich kein schlechter Mensch, doch eben­falls Zyniker, konstatiert zu diesem Thema:
    »Mit Hunden und Kindern ist es wie mit Fürzen:
     lieben kann man nur die eigenen.«

Glück im Unglück

Nicht immer lässt sich für den Leser nachvollziehen, was dem Verfasser bei der Einleitung mancher Texte mit der Unsinnsfloskel »Glück im Unglück« wohl durch den Kopf gegangen sein mag. Womöglich die Zugluft?

lokalkompass.de

Schwurbelschwatz der Woche

»Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.« (Helmut Schmidt)
.
»Audi hat den Trend zum geistigen, kulturellen und spirituellen Mehrwert der Marke er­kannt – dies zeigt sich z.B. auch in der Kooperation mit den Weimarer Visionen im For­mat Audi Inspiration: [..] Die Kooperation mit den Weimarer Visionen ermöglichte es Audi, das Inspi­ra­tions-, Gedanken- und Visionsfeld mit zu besetzen, in dem Neues entsteht.«
(aufgelesen von Kollege aargks)

28. April

Heute vor 141 Jahren wurde der virtuose österreichische Wort- & Schriftsteller Karl Kraus (1874-1936) geboren.
    »Der Schwachsinn, der früher nie daran gedacht hätte, aus seinem Privatleben her­vor­zutreten, hat eine Gelegenheit für die Unsterblichkeit entdeckt.«
monierte er in der Fackel, um 1908 – ein ganzes Jahrhundert vor(!) Web 2.0.

14. März

Heute vor 71 Jahren, am 14. März 1944, fand am New Yorker Broadway die englisch­sprachige Uraufführung von Franz Werfels Drama Jacobowsky und der Oberst statt, welches der öster­reichische Bestsellerautor in der Emigration verfasst hatte. Nach der Premiere wurde er von sei­nem Landsmann Billy Wilder gefragt, wie das Stück denn beim Publikum angekommen sei?, und Werfel gab zur Antwort:
»Alea iacta est.«
Wilder fragte, was zum Kuckuck das bedeuten solle, und Werfel erklärte:
»Der Werfel hat gefallen.«

Haben Sie übrigens gewusst:

Der Ausspruch »Hirni soit qui mal y pense«
bedeutet übersetzt »Ein Dolm wer Blödes dabei denkt.«



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