Blogger-Rätselzirkel

Kollege Trithemius bedauert in einem Blogeintrag das stetige Abnehmen der Inter­aktion in der Blogosphäre. Leserkommentare, schreibt er an anderer Stelle, wären für den Betreiber nicht bloß ein erfreulicher, sondern häufig auch lehrreicher Gewinn, das zunehmende Aus­bleiben von Kommentaren mithin eine Betrübnis. Dem entgegen­zuwirken, wurden allent­halben diverse Mitmach-Aktionen initiiert, um die Blogger-Kollegenschaft zum interagieren zu ermuntern: etwa Kollegin Svashtaras seinerzeitige Reise in 30 Tagen um die Welt, Kollege Trithemius’ Blogger-A-flashmob, oder der Frei­tagstexter-Bewerb eines namentlich nimmer eruierbaren Initiators*) usw.

Leser G.W., der auf einen älteren Eintrag gestoßen war, fragte heute per E-Mail an, ob sich hieramts noch weitere solcher Rätselfragen finden ließen. Wie wärs nun mit einer Rätsel­zirkel-Aktion? Der Beginner stellt eine Rätselfrage:
  • Warum ist bei burgenländischen Motorrädern das Profil an der linken
    Reifenseite stets stärker abgefahren als auf der rechten?
Wer die trefflichste Antwort weiß, gewinnt eine lobende Erwähnung sowie eine kosten­lose Teilnahme an der globalen Klimaerwärmung. Anschließend obliegt ihm die Fort­setzung der Veranstaltung, indem er auf seiner Webseite eine neue Rätselfrage stellt, welche es wiederum zu beantworten gilt. Wer macht mit?
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*) korrigiere: ins Leben gerufen wurde der Freitagstexter dem Vernehmen nach durch einen Kollegen namens Tim Berners-Lee, zugleich mit der Erfindung des WWW.
(Dank an Kollegen Pathologe für den Hinweis.)
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Olaf (Gast) - Mo, 15:19

Ich weiß es nicht wirklich, habe aber zwei Mutmaßungen.

1. Die burgenländischen Motorradfahrer sitzen alle schief auf ihren Moppeds (Hintern hängt links raus).

2. Die Straßen sind mit einem leichten "Eselsrücken", also gewölbt, gebaut, damit das Wasser bei Regen nach links und rechts ablaufen kann. Legt sich der gewöhnliche burgenländische Mopped-Kutscher in eine Linkskurve, fahren seine Reifen weiter außen, als in einer Rechtskurve.

P.S. Ich habe keinen Mopped-Schein. Die Dinger sind einfach zu schnell für mein Reaktionsvermögen. ;o)

nömix - Mo, 17:24

Richtiger Ansatz, aber als Antwort noch nicht ganz zufriedenstellend ;)
Olaf (Gast) - Mo, 18:27

Na Mensch, dafür dass ich geraten habe, ist's doch ganz gut. Dennoch bin ich ab hier überfragt. Das wiederum ärgert mich, weil ich somit nicht zufrieden stellen kann. Aber vielleicht setzt einer der anderen werten Leserinnen oder Leser am Ansatz an und macht die Antwort rund.

Die Lorbeeren gebühren dann natürlich ihr oder ihm.
Olaf (Gast) - Di, 15:39

Das Hirn macht was es will, vor allem dann, wenn man eigentlich schlafen sollte. Genau deshalb hat mich der Gedanke an die links abgefahrenen Reifen letzte Nacht ein paar Stunden meines doch so wertvollen Schlafes gekostet - und Du bist dran Schuld, nömix. ;o)

Wenn ein Mopped auf einer nach links und rechts gebogenen Straße fährt, dann verbraucht sich die linke Seite des Reifens nicht nur in Kurvenfahrten, sondern auch wenn es geradeaus fährt. Der Winkel der Straße zum Reifen beträgt nicht in 90° Grad, sondern ist ein wenig schief. Wären die Burgenländer Engländer, wäre es die rechte Seite des Reifens, die sich mehr abnutzen würde.

Die rechte Seite der Reifen würde sich auch mehr abnutzen, würde der Mopped-Kutscher permanent in der linken Spur fahren. Weil das aber auf Dauer Komplikationen mit dem entgegen kommenden Verkehr bereiten würde, hat das noch keine ausprobiert. Und wenn doch, dann wurde die wissenschaftliche Beweisführung von einer "Riesenglück im Unglück-Meldung" überdeckt.

Wenn's das jetzt auch nicht ist, lieber nömix, dann bitte ich innig um Auflösung. Noch eine schlaflose Nacht täte meiner Schönheit nämlich schaden.
pathologe - Mo, 16:09

Beim Freitagstexter kann mit dem Namen allerdings geholfen werden.

Außerdem haben wir doch in den Kommentaren des letzten Beitrages ganz schön Zuwachs verursacht, oder?

nömix - Mo, 16:54

Danke für den Hinweis, habe ihn oben hinzugefügt.
boomerang - Mo, 16:09

Ich hätt' da die im Pröllistan so gern gebauten Kreisverkehre im Verdacht, deren zentripedale Faszination burgenländischen Mopedfahrern allzuoft zu einem längeren Verbleib im Asphaltrund veranlasst. Der Rekord - so munkelt man in Oberwart - soll bei 21 Minuten liegen, wobei noch mehr drinnen gewesen wäre, aber bedingt durch die valentinorossieske Schräglage hat der restliche Schluck des 1:50 Gemischs nicht den Weg durch den Tankausgang gefunden, sondern verblieb im Tank. Was für einen etwas uneleganten Abstieg des Mopedlenkers sorgte. Der Sturz war - Uhudler sei dank - recht weich, weil auch der Mopedist es ebenso war.

nömix - Mo, 17:11

Danke für Ihre Erwähnung des legendären Uhudlers, sozusagen der burgenlän­di­schen Varietät des Heckenkleschers. Haben Sie gewusst, dass Stürze bei Moped­lenkern mit leichter Bekleidung angelegentlich Schotterausschlag hervorrufen.
boomerang - Mo, 17:39

Ja, der Schotterausschlag. Wer kennt ihn nicht? Den härtesten Fall von Schotterausschlag hat sich ein ehemaliger Schulkollege während der Maturareise eingehandelt - und das ohne Sturz. Ja, das geht. Es begab sich, dass der Kumpel hierorts beim Mopedfahren gerne mit den Schuhsohlen mitbremste - zwegens der Coolität warads g'wes'n. In Griechenland, maturareisend, hat er ob der Hitze kurzerhand aufs Schuhwerk verzichtet, fatalerweis aber nicht aufs Fußbremserl. Nach 3 Meter war die Hornhaut weg. Das Moped allerdings, das stand erst einen Meter später.
Gastbeitrag (Gast) - Mo, 21:17

Dafür muß man erst extra die Matura machen, um so g'scheit zu werden barfuß die Fred-feuerstein_Bremse zu machen? Einer ohne Matura kommert da sicher nie drauf:-)
pathologe - Di, 09:49

Herr boomerang, das mit dem Verbleiben im Kreisverkehr liegt ja nur daran, dass es da kein "Ausfahrt"-Schild gibt, wo man rauskann. Ist alles ein wenig schwierig, so ohne Anleitung.
boomerang - Di, 09:55

Herr Pathologe, ich stamme ja selbst aus dem Burgenland. Zu meiner Mopedzeit gab's sowas wie Kreisverkehre nicht, aber die, die's jetzt gibt, haben keine derartigen Schilder, da haben Sie Recht. Das wird wohl auch der Grund sein, dass das Profil der Mopedpneus links mehr abgefahren sind als rechts. Wird sind da einer großen Geschichte auf der Spur!!!

Ich behaupte einfach mal, es liegt daran, daß es dort viele Berge mit Serpentinen gibt, und hoffe, ich habe unrecht. ;o)

G.W. (Gast) - Mo, 20:40

Danke nömix:-)

Ist es, weil das Burgenland -politisch?- seit immer schon eher "links" geneigt ist?

http://www.oe24.at/oesterreich/politik/SPOe-Sieg-Burgenland-bleibt-in-roter-Hand/80958084

(Habe selbst aber keine webseite- lese hier nur als "Gast":-)

nömix - Di, 06:49

Nein. (Es betrifft übrigens nicht nur burgenländische Motorräder.)
steppenhund - Di, 09:45

Ich glaube, die Lösung liegt woanders.
Es trifft auf alle Motorräder zu, nur die Burgenländer sind erst jetzt draufgekommen.

flyhigher - Di, 10:24

Im Burgenland gibt es mehr Kreisverkehr? (Ich kann das drehen und wenden wie ich will, mir will kein Satz einfallen, der wirklich korrektes Deutsch wäre, und darüber hinaus: Mehrzahl von Kreisverkehr? Kreisverkehre?)

pathologe - Di, 11:31

Mehrzahl: Kreisgangbang? (Oh, das gibt wieder Referrer...)
Trithemius - Di, 13:11

Warum ist bei burgenländischen Motorrädern das Profil an der linken
Reifenseite stets stärker abgefahren als auf der rechten?

Weil die burgenländischen Mopedfahrer mit dem linken Zehnagel am Reifen bremsen?

boomerang - Di, 13:28

Oh, sind sie der Reinhold Messner?
Im Burgenland ist es nämlich so, dass jeder Mensch, der sich nicht grad im Hochgebirge die Zehen abfriert, und davon haben wir im Burgenland nicht unbedingt gar so viel, obwohl der Geschriebenstein kein kleiner Berg nicht ist, also im Burgenland bekommt man von Geburt an 10 Zehen mit auf den Lebensweg. Welchen Sie da jetzt mit dem "linken Zehennagel" meinen, müssen Sie jetzt ein wenig erklären.
Es sei denn, Sie sind der Reinhold Messner.
pathologe - Di, 13:43

Da haben die Burgenländer mir etwas voraus. Ich bekam nur 5 Zehen mit auf meinen Lebensweg.

Am linken Fuß.
(Am rechten Fuß aber auch)
Trithemius - Di, 14:38

Mit dem Nagel vom dicken Zeh natürlich, Sir!
la-mamma - Di, 21:43

ich als supermopedexpertin seh das so: der rechtskommende hat ja irgendwie oft vorrang - auch im burgenland. da muss der burgenländer halt immer schnell nach links ausweichen. klingt doch logisch, oder?;-)

la-mamma - Di, 21:46

oder weil der burgenländische motorradfahrer statt seinem navi immer allen links folgen will?

testsiegerin - Di, 23:05

damit er nicht in den see fällt, der rechts ist ;-)

übrigens gab es auch mal einen obstsalat als bloggeraktion!

steppenhund - Mi, 08:56

So jetzt einmal nachgedacht. Beim Linksabbiegen muss der Motorradfahrer öfters stehenbleiben als beim Rechtsabbiegen, weil er in der Regel Nachrang hat. Er startet dann mit einer Linkskurve.
Beim Start wird das Profil vermutlich stärker abgenützt.
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iGing (Gast) - Mi, 09:34

Denke ähnlich wie Herr steppenhund, aber noch simpler: Nicht beim Start wird die Abnützung bewirkt, sondern durch den längeren Weg, den das Moped nach links geneigt zurücklegen muss - es hat also linksseitig mehr Kilometer auf dem Buckel (vorausgesetzt, dass der Mopedfahrer auch tatsächlich genau so oft nach links abbiegt wie nach rechts). Bei Linksverkehr dann umgekehrt.

Olaf (Gast) - Mi, 10:00

Ich denke mehr, dass es etwas mit dem Kurvenradius zu tun hat. Die in Rechtskurven zurückgelegte Strecke ist in Summe gesehen einfach weniger, als in Linkskurven. Weil wir ja Rechtsverkehr haben. Drüben auf der Insel, bei den Briten, müsste es genau andersrum sein.
steppenhund - Mi, 13:12

Olafs Erklärung erscheint mir schlüssiger als meine. Ich schließe mich ihr an. Eigentlich funktioniert da Occams Rasiermesser. Die einfachste Erklärung ist die richtige.

Das ließe sich auch relativ leicht mathematisch herausrechnen. Bei einer Kurve um 90 Grad ist der zurückgelegte Weg bei der Rechtskurve um pi/Viertel mal Straßenbreite kürzer als bei einer Linkskurve.
Trithemius - Mi, 14:37

Kreisverkehr wird ja in Ländern mit Rechtsverkehr links herum durchfahren. Folglich muss die linke Reifenseite öfter eine höhere Reibung aushalten, ist daher stärker abgenutzt.

Lo - Mi, 19:08

Wenn ein Burgenländ(l)er mal so richtig das "Born-to-be-wild-feeling" spüren möchte, setzt er sich mutig auf ein Motorrad und kurvt - und kurvt - Runde um Runde, bis die Reifen heiss laufen.
Und zwar so lange, bis das Kinderkarussell zum Stehen kommt.

nömix - Mi, 19:50

Jetzt die Auflösung, um Kollegen Olaf  nimmer länger die Nachtruhe zu rauben – der in seinen Kommentaren der Lösung insgesamt am nächsten kommt:
  • aufgrund des Rechtsverkehrs werden Linkskurven grundsätzlich in weiterem Radius durchfahren als Rechtskurven, mithin auch schneller, was für Motorräder bedeutet: mit mehr Seitenneigung. Deswegen ist bei Motorrädern in Ländern mit Rechtsver­kehr das Profil auf der linken Reifenseite für gewöhnlich weiter abgefahren als rechts.
(Angeblich gilt das auch für burgenländische Autofahrer, weils dort immer heftigen Seiten­wind hat:)
Kollege Olaf  ist dran, mit der nächsten Rätselfrage.

pathologe - Do, 07:42

Und diejenigen, die ständig auf der Überholspur des Lebens unterwegs sind, sind deshalb wohl eher rechts angekratzt, oder?
Onkel Ernstl - Do, 07:58

Die sich als gesinnungsmäßige Rechtsüberholer profilieren, sind meistens auf geistigen Slicks unterwegs.
Olaf (Gast) - Do, 18:36

Lieber nömix, liebe nömix-Leser und Fans,

vielen Dank für die Erlaubnis, die gute Tradition fortzuführen, auch wenn ich nicht glaube, dass ich den Kniffeligkeitsfaktor Deiner Frage auch nur annähernd erreichen kann. Aber man soll ja seine Leser auch nicht überfordern, weil das doch nur zu schlaflosen Nächten führt. ;o)

Wie schon gesagt, findet Ihr nun in meinem kleinen Eckchen im Internet ein neues Rätsel und ich würde mich mehr als nur freuen, wenn Ihr mal vorbeikommt und schaut, ob Euch was zu meinem kleinen Rätsel einfällt. Die Schuhe dürft Ihr natürlich anlassen.

http://radwechsel.net/wordpress/2014/06/05/blogger-raetselzirkel/

Euch allen schonmal ein schönes Wochenende und allerbeste Grüße aus'm hohen Norden!

Olaf

Spät - und daher außer Konkurrenz: Vielleicht deshalb, weil der Macho-Motomann auf seinem fliegenden Joghurtbecher in der Regel 'Linksträger' ist. Durch die massiv erhöhte Masse wird der Reifen dann natürlich auch links stärker abgenutzt ...

Trithemius - Di, 16:26

Gestern habe ich mit Staunen festgestellt, dass bei meinen Fahrradreifen das Profil an der linken Reifenseite NICHT stärker abgefahren ist als auf der rechten. Weil meine Fahrradreifen vermutlich denselben physikalischen Gesetzen unterworfen sind wie die Reifen burgenländischer Motorräder, frage ich, werter Kollege, wie Sie das erklären?

nömix - Di, 17:51

Das ist freilich eine höchst erstaunliche Beobachtung, welche Sie hier beschrei­ben, über deren Ursachen sich lediglich spekulieren lässt:
  • eventuell tendieren Sie als Radfahrer dazu, langgezogene Linkskurven im all­ge­meinen mit messbar geringerer Durchschnittsgeschwindigkeit zu be­fahren als bur­gen­län­di­sche Motorradfahrer, zugleich in messbar weniger extremer Schräg­lage;
  • eventuell tendieren Sie als Radfahrer dazu, im Jahresdurchschnitt eine messbar geringere Kilometer-Gesamtstrecke zurückzulegen als burgen­län­dische Motor­rad­fahrer;
Reine Spekulation, wie gesagt, Klärung des Sachverhalts ließe sich erst durch eine ver­glei­chende Langzeitstudie herbeiführen. Vielleicht kennen Sie einen bur­gen­län­di­schen Motorradfahrer, mit dem Sie ein Jahr lang gemeinsam solch einen Langstreckentest protokollieren und anschließend die Reifenprofiltiefe an beiden Fahrzeugen nachmessen möchten?
Trithemius - Di, 18:37

Ich vergaß zu erwähnen, dass das Profil meiner Reifen durchaus abgefahren ist, wie ich gestern beim Aufpumpen feststellte, aber wie gesagt, es gibt keinen Unterschied zwischen der rechten und der linken Seite. Wenn wir von abgefahrenen Profilen reden, spielt die Jahreskilometerleistung keine Rolle, auch nicht die Geschwindigkeit, mit der Kurven durchfahren werden. Läge es an der Geschwindigkeit, und ich bin sicher, da hat der burgenländische Motorradfahrer mir einiges voraus, dürften meine nur langsam über Straßen rollenden Reifen gar nicht abgefahren sein. Vielleicht gibt es ja im Burgenland mehr Linkskurven als in Niedersachsen. Aber: Wenn ich beim Getränkemarkt am Lichtenbergplatz Kölsch kaufe, muss ich jedesmal einen Kreisverkehr durchfahren, linksrum. Ich werde noch mehr Kölsch trinken, um einen ordentlichen linksseitigen Abrieb hinzukriegen. Alles im Dienst der angewandten Wissenschaft.

Der Amtsweg ist das Ziel.

Parteienverkehr

Rheinland-Pfalz,...
Onkel Ernstl - So, 09:03
Österreich,...
Thorsten#87 (Gast) - So, 07:42
Das erinnert...
Lo - Do, 16:32
Dazu weiß...
gnaddrig (Gast) - Mi, 22:31
PO tztausend! Der...
Trithemius - Di, 17:55

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