Aufgelesenes

Sinn im Unsinn

Gäbe es einen 1. Preis für die sinnbefreiteste bzw. unangebrachteste Verwendung der Dumm-Floskel “Glück im Unglück“ in der Überschrift zu einer Pressemeldung, so ließe sich ad hoc eine beträchtliche Reihe würdiger Kandidaten nominieren – worüber hier­amts schon mehrmals Betrachtungen angestellt wurden. Paar weitere Kandidaten:
NÖN.at
Glück für den Baum.
Nordkurier
Glück, dass der Fernseher kaputt war.
Einem neuen hätte das Feuer bestimmt geschadet.
Kronen Zeitung
Kein Glück für den Hund..

Heimliche Killer

Nirgendwo sonst verbringen wir mehr Zeit als im Bett. Doch auch am Schlafplatz drohen Gefahren. Sie könnten zum Beispiel aus dem Bett fallen und sich dabei tödlich verletzen.
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Man möchte ja meinen, bei dieser abartigen Clickbaiting-Leserverarschungsnummer im FOCUS müsse der Hirnrissigkeitsrekord irgendwann erreicht sein und sich nimmer toppen lassen. Möchte man meinen, sollte man aber nicht:
Auch im Berufsleben lauern überall tödliche Gefahren. Zum Beispiel auf jedem Schreib­tisch. Allein in Deutschland ersticken schätzungsweise jedes Jahr mindestens 300. Menschen an Kleinteilen eines auseinandergelegten Kugelschreibers,
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Jährlich sterben laut Deutscher Gesetzlicher Unfallversicherung insgesamt rund 400 Menschen im Berufsleben. Mindestens 300 davon werden laut FOCUS heimlich von Kugel­schrei­ber-Todesmaschinen gekillt. Allerhand, sowas.
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Welche Substanzen sie dem Textaushecker beim FOCUS morgens heimlich ins Müesli streuen, ist nicht bekannt, aber rezeptfrei sind die ganz bestimmt nicht. Neuerdings wird unter diesen Clickbaiting-Abartigkeiten auch kein Autorenname mehr genannt. Vielleicht, damit der zu keinem Drogentest vorgeführt werden kann.

Aufgelesenes (LXXXII)

Live-Ticker

»Es ist wahrhaft kein Schmarrn zu blöd,
dass er nicht in der Zeitung steht.«
.(Martin Krassnig)


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Steht zu erwarten, dass in diesem sogenannten Live-Ticker nun im Viertelstundentakt weitere Düsseldorfer aufgelistet werden, die Andreas L. mal gesehen haben und/oder von ihm nicht gegrüßt wurden? Und sobald wir die alle durchhaben: anschließend wei­tere Düsseldorfer, die ihn zwar selber nie gesehen haben aber wen kennen, der ihn mal gesehen hat und/oder nicht gegrüßt wurde?
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Für solche saudummen Ansagen möchte man diesen Schmierfinken ihre Schmier­postille am liebsten um die Ohren hauen ..

Aufgelesenes (LXXXI)

KURIER
Blick.ch

Kopfloses


Leider stellte sich die Beschaffung der benötigten Lebend-Spenderkörper schwieriger als erwartet dar. Daher nahm sich Herr Canavero vor, es stattdessen lieber andershe­rum zu versuchen.

Okkultationelles

Am 20. März wird sich Europas Himmel verdunkeln. Diesmal ist die Sonnenfinster­nis aber mehr als ein reines Schauspiel der Natur, sie nimmt auch Millionen von Solarpanelen plötzlich das Licht und wird so zum Härtetest für die europäischen Stromnetze. Ein Blackout ist möglich. [..]
Wenn gegen neun Uhr allerdings am Himmel die Lichter ausgehen, stürzt die Leis­tung im Stromnetz allerdings schlagartig in den Keller. [..]
Und wenn der Mond den Blick auf die Sonne drei Stunden später wieder freigibt, wiederholt sich das gefährliche Spiel gleich noch einmal.

Ich weiß nicht, wie man sich in der Presse-Wirtschaftsredaktion eine Sonnenfinsternis vorstellt: dass gegen neun Uhr »plötzlich« am Himmel »die Lichter ausgehen« und zu Mittag (»plötzlich«?) wieder angehen? Dass der Mond, schwupps, Klappe zu! plötzlich den Blick auf die Sonne verdeckt und erst drei Sunden später, Klappe auf ! wieder frei­gibt? – Unsinnige Vorstellung. Auch dem astronomischen Laien sollte wohl klar sein, dass sich die in den zitierten Quellen*) kolportierten Begriffe »Blackout« oder »schlag­artig« auf den erwarteten Leistungsabfall im Stromnetz beziehen, aber doch auf keine dreistündige(!) Verdunkelung der »Lichter am Himmel«, über welche der Kollege vom Wirtschaftsressort so blumig wie offenkundig sachverstandsfrei drauflos extemporiert.

(Warum werden solche Stegreifschwadronanzen eigentlich nimmer von kompetenten Leuten vor Veröffentlichung gegengelesen, wie es früher mal der schöne Brauch war?)
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(Wehe, wenn der Kollege Steppenhund das liest ;).

Infames

Angesichts der Infamie, mit welcher man sich in diversen deutschen Medien bemüht, die neugewählte griechische Regierung zu diskreditieren & diffamieren, möchte einem als Leser mitunter das Speiben kommen. In einem Artikel auf stern.de steht über das geplante Konjunkturprogramm in Griechenland etwa zu lesen:
    – Der Mindestlohn solle wieder auf das Vorkrisenniveau von 751 Euro im Monat angehoben werden.
    – Die Mindestrente von 300 Euro im Monat an unversicherte Rentner solle wieder ausgezahlt werden.
    – Im Gesundheitssystem sollen die Bürger weniger ausgeben müssen. Die Praxis- und die Rezeptgebühr solle gestrichen werden.
    – Tsipras versuche zu sparen: er streiche große Limousinen und Chauffeur für Politiker – künftig kämen auch Minister mit ihren eigenen Autos zur Arbeit.
    – Das Kabinett wurde deutlich abgespeckt und Posten eingespart. Tsipras wolle den aufgeblähten Verwaltungsapparat eindampfen.
    – Eine Wirtschaftsreform solle weitere drei Milliarden Euro einbringen – und gleichzeitig Arbeitsplätze erhalten.
    – Mit diesen Reformen wolle Griechenland die eigene Wirtschaft anschie­ben und zeitgleich an einem ausgeglichenen Haushalt arbeiten.
Soweit die kolportierten Fakten im Artikeltext. Aber: mit welchem Aufmacher auf der stern.de-Startseite sowie als Titelüberschrift wird ebenjener zitierte Text angerissen? Man lese:

Ob journaillistische Perfidie oder schlichte Hirnverbranntheit solche Schlag­zeilen ge­ne­rieren, spielt keine Rolle. Gleichermaßen fassungslos macht beides.

Aufgelesenes (LXXX)

20 Minuten
SWR4
ÖSTERREICH

Hippothetisches

Welche Qualifikationen braucht es eigentlich um Motorjournalist zu werden, brauchts dafür irgendwelche Grundkenntnisse oder kann das jeder ahnungslose Laie werden, der grad zufällig einen Führerschein hat? Grundkenntnisse aus der Schulzeit, wie z.B. dass Gewicht in Kilogramm gemessen wird und nicht etwa in Pferdestärken oder der­gleichen. Die Frage stellt sich nämlich, weil hier schon wieder mal so ein Fachsimpel daherschwadroniert:

Wären somit hypothetische 1.260 PS, bei einem Gewicht des betreffenden Fahrzeugs von 700 Kilogramm. Was natürlich grober Blödsinn ist – tatsächlich hat das Fahrzeug 380 PS, das ergibt ein Leistungsgewicht von 1,8 Kilogramm (der Maßeinheit für Ge­wicht, wie wir aus der Schule wissen) pro PS.
(Vielleicht hat ja der zukünftige Motor-Fachspezi von der Presse in der Schule grad ge­fehlt, als das dran war.)

Der Amtsweg ist das Ziel.

Parteienverkehr

"Johann, fahren...
speedhiking - Fr, 11:05
Ja, geteilte...
nömix - Fr, 07:39
Herrlich, die...
Trithemius - Do, 20:34
Fehlt noch: Null...
Onkel Ernstl - Do, 17:39
vingolf, meinst...
gnaddrig (Gast) - Do, 14:39

Amtsverkehr


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