Aufgelesenes

Glück im Unglück

»Man weiß selten, was Glück ist, aber man weiß meistens, was Glück war.«
(Françoise Sagan)

Glück lässt sich bekanntlich nur unscharf definieren – umso rätselhafter, was in den Medien allenthalben messerscharf als ein “Glück“ definiert wird.

Welche Kriterien dafür ausschlaggebend sein mögen, Pressemeldungen unterschied­lichster Art mit der sinnbefreiten Floskel “Glück im Unglück“ zu verbrämen, konnte noch nicht herausgefunden werden.

Worin konkret das Riesenglück bestehen soll, welches Herrn Asamoah im Alkohol-Pech heimsuchte, erschließt sich dem Laien nicht.


Worin konkret das Unglück bestehen soll, in welchem dem Fallschirmspringer das Glück widerfuhr, erschließt sich dem Laien nicht.


Was den Kollegen beim permanenten sinnbefreiten Gebrauch dieser Floskel durch den Kopf geht, lässt sich schwerlich nachvollziehen. Vermutlich die Zugluft.

Aufgelesenes (LXVII)


Augsburger Allgemeine
    Nachts wird es stockfinster in der größten Höhle der Welt
Besonders verführerisch duftet die mutmaßliche Leiche auf Beyoncés neuem
Konzeptalbum, das so verschwenderisch mit Motiven der Kunstgeschichte
umgeht, wie es sich für ein visuelles Hochamt des Pop-Eklektizismus gehört.

Glück gehabt



Aufgelesenes (LXVI)


Wiener Bezirksblatt

Gschichtldrucker

»Menschen werden JournalistInnen, weil sie gerne
Geschichten erzählen– und Mathe hassen.«  (Scott Maier)
Aus welcher Quelle die Autorin des Artikels diese Zahlen exklusiv recherchiert hat, bleibt wohl ihr Geheimnis.
___________________
(aufgelesen von Kollegen K. Jarchow).

Räuberisches

Gemäß EU-Hygieneverordnung aus dem Jahr 2002 zur Eindämmung der Rinder­seuche BSE (sog. “Kadaververordung“) dürfen tote Nutztiere nicht in der Landschaft herumliegen und der Verwesung anheimfallen gelassen werden. Schau mer mal, was Österreichs auflagenstärkstem Volksbildungsorgan dazu einfällt:
    (Kronen Zeitung)

Aufgelesenes (LXV)



Sogar Pinguine sind bemerkenswerte Flieger - nur eben unter Wasser.

Mathematisches

Österreichs auflagenstärkstes Volksbildungsorgan berichtet:
(Kronen Zeitung)

Mehr als 5 Promille, das ist heftig. Ab einer Blutalkoholkonzentration von etwa 4 Pro­mille fällt man für gewöhnlich ins Koma, 5 Promille überleben die wenigsten. Schwer vorstellbar, in diesem Zustand noch ein Auto stehlen zu wollen. Hier die Erklärung:
Gemeinsam. Das ist sehr pfiffig ausgerechnet: weil jeder von den beiden 2,5 Promille intus hatte, folglich hatten die zwei gemeinsam 5 Promille – Adam Riese lässt grüßen.

(»Mehr als dreieinhalb Meter! So groß waren zwei Tagelöhner aus Ungarn usw. ..«)

Mirakulöses, oder: Definieren Sie den Begriff  “Glück im Unglück“

Was in der Medienberichterstattung allenthalben als ein “Glück im Unglück“ definiert wird, darüber wundert man sich hieramts recht häufig.


"Glück gehabt"SÜDKURIER

Wieso ein Versuch, vor einem fahrenden Zug trotz geschlossener Schranke den Bahn­übergang zu überqueren, ein “Unglück“ sein solle, wird dem Leser hier nicht erklärt. Ebenfalls nicht, was darin ein “Glück“ sein soll, von einem Zug gestreift zu werden. Aber “Wunder“ lassen sich bekanntlich sowieso nicht erklären.

16. September

»Gott soll einen hüten vor allem, was noch ein Glück ist.«
(Friedrich Torberg, “Die Tante Jolesch“)

Heute vor 105 Jahren wurde der große Friedrich Torberg 1908-1979) geboren. Wenn man allenthalben in der Zeitung liest, wie die Leute landauf landab unentwegt vom Glück verfolgt werden, so erinnert das an seine Tante Jolesch:
Als sich einer bei einem Unfall den Arm gebrochen hatte, sagte sie: “Noch ein Glück, der Arm hätte ab sein können“. Als einer bei einem Unfall einen Arm verlor, sagte sie: “Noch ein Glück, er hätte tot sein können.“ Und als einer bei einem Unfall ums Leben kam, da sagte sie: “Noch ein Glück, hat er nicht lang leiden müssen.“



Was daran konkret ein Riesenglück sein soll, statt gegen einen Laterne(n)mast gegen einen Alle(e)baum zu prallen, konnte freilich noch nicht herausgefunden werden.



Ja, wenn die Polizisten bei der Unfallaufnahme festgestellt hätten, dass die 30-Jährige nüchtern war, wärs natürlich ein Pech gewesen.


Glück im Unglück, dass der junge Biker so klein war, um unter der Leitplanke stehen zu können ohne sich daran den Kopf anzuschlagen.

Der Amtsweg ist das Ziel.

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