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Redensartiges

11. November

Heute vor 87 Jahren wurde der amerikanische Erzähler Kurt Vonnegut (1922-2007) geboren.

Vonnegut war zeitlebens extremer Raucher, in einem SPIEGEL-Interview anlässlich seines 84. Geburtstages beschwerte er sich:
    “Ständig wird einem von der Tabakindustrie in den Warnhinweisen auf den Zigarettenpackungen versprochen, dass Raucher nicht alt werden – und jetzt sehen Sie sich an was für alter Knacker aus mir geworden ist. Die haben mich angelogen! Ich ziehe in Erwägung, die Typen wegen irreführender Werbung zu verklagen.“

Ficki deine Asch

Aus der beliebten Reihe: »Dialoge im Straßenverkehr«

Überfährt mich so ein Kamelreiter mit Führerschein Straßenverkehrsteilnehmer mit Migrationshintergrund gestern beinah, als ich über die Straße gehen will, schrei ich ihn an: “Ja spinnst du!“ – schreit der zurück: “Ficki deine Asch!“

(Denk ich zuerst, der meint meine Asche – sowas im Sinne wie “Spucki deine Leich“ oder “Scheißi deine Grab“ oder wasweißich. Ich Einfaltspinsel. Liegt vielleicht daran, dass ich mir nicht die Sorte Filme anschau, aus deren geistreichen Dialogen die Typen ihre Sprüche aufschnappen.)

“Ficki meine was?“ frag ich, und er:
“Ficki deine Asch!“
Ah, verstehe. Frag ich: “Bist du homo?“
Pause. Guckt er. Dann sagt er: “Ficki deine Mutter!“

Meine Mutter ist achtundsiebzig.
Keine Ahnung, was sich die Typen bei ihren Sprüchen denken.

Gesicherte Weisheit

    “Aber es ist eine gesicherte Weisheit:
    die Bürger sind klüger als die Politiker es glauben.“
    (Jörg Haider).

    “Aber es ist auch eine gesicherte Weisheit:
    manche Bürger sind dümmer als die Polizei erlaubt.“
    (Anonymus).
(eins ist sicher: sicher ist nix.)

Sperrstund is

    “Die SPÖ ist geschlossen.“
    (Werner Faymann) *.

Bauernregel

    »Der Apfel fällt nicht weit vom hohen Ross.«

27. August

Gerhard Berger feiert heute seinen 50. Geburtstag, vulgo “Hättiwari“.

(“Wenn wir Eier hätten, könnten wir Eier mit Speck machen.
Wenn wir Speck hätten.“)

Als Lkw-Fahrer in der Tiroler Spedition seines Vaters erzielte er mit seinem Hang zum Vollgasgeben eher negative Erfolge, wie er gestand: “Jedesmal wann i mit einer Fuhr italienische Fliesen übern Brenner teifelt bin, habens es nachher mit Besen und Schaufel abladen können.“

(Berger einmal zu Heinz Prüller, dem legendären rhetorischen Selbstausbremser: “Drückt’s mir fürs Rennen die Daumen.“ – und Prüller: “Ja, wir drücken sie ganz, ganz fest. Also sie – die Daumen. Nicht Sie – also dich.“)

8. Juni

Heute vor 85 Jahren wurde George Mallory zum letztenmal lebend gesehen, am 8. Juni 1924 verscholl er bei dem Versuch, als erster Mensch den Gipfel des Mount Everest zu besteigen.
Warum er den Mount Everest denn unbedingt besteigen wolle, wurde er öfters gefragt, und Mallory antwortete: “Weil er da ist.“

Auf dumme Interview-Fragen mit guten Antworten zu kontern ist oft nicht einfach –
  • zum Beispiel der Kabarettist Alf Poier auf die Frage:
    “Wann und von wem haben Sie Ihre erste Fan-Post erhalten?“
    Poier: “Um zehn Uhr vormittag, vom Briefträger.“
  • oder der Schriftsteller Händl Klaus:.
    “Wo haben Sie das Schreiben eigentlich gelernt?“
    Händl: “In der Volksschule.“
  • und, nicht zuletzt, der Fußballer.Anton Pfeffer beim Ländermatch Österreich-Spanien (Endstand o:9) auf die Interview-Frage in der Pause (beim Halbzeit- stand 0:5 für Spanien):
    “was in der zweiten Spielhälfte noch möglich sei?“
    Pfeffer: “Hoch gewinnen werden wir nimmer.“

4. Juni

Heute vor 127 Jahren wurde in München Karl Valentin (sprich: [f:alentin]*) geboren, der große “Wortzerklauberer“ und Urheber des kategorischen Konjunktivs:

“Ich kann, weil ich will, was ich muss.“
(Immanuel Kant.)

“Mögen hätt ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut.“
(Karl Valentin.)

*) “Valentin spricht sich mit Vau,“ erklärte er, “nicht mit We. Sonst tätert es ja auch Watertag heißen müssen, nicht Vatertag.“

(Der Valentinstag wurde nicht nach ihm benannt, obwohl ihm die Ehre durchaus gebührt haben tätert.)

Betr.: Frühlings–Emotionen

    »Ach, was ich ein Gefühl für die Natur habe! Das Gras steht so schön, daß man ein Ochs sein möchte, um es fressen zu können.«
(Valerio,  Leonce und Lena)

1. April