21. April

Heute vor 150 Jahren wurde der Nationalökonom und Kultursoziologe Max Weber (1864- 1920) geboren. Die dominierende Herrschaftsform der Zukunft, postulierte er vor einem Jahr­hundert, werde die Bürokratie sein.

Da hat er wohl zweifellos recht behalten, der gelehrte Mann. In Brüssel und anderswo kriegen gegenwärtig ganze Regimenter von Schreibtischtätern horrende Summen unserer Steuer­gel­der hinten reingeschoben, für nix anderes als tagaus tagein immer neue & abstrusere Faxen über Salatgurkenkrümmungskoeffizienten und Zahnpasta­tuben-Mitnahmeverbote in Flug­zeu­gen und tausend andere Hirnchristlereien auszu­hecken, die für das Fortkommen der Mensch­heit so gedeihlich sind wie ein zweites Loch im Hintern. Und das Erschütterndste daran ist garnichtmal der volkswirtschaftliche Schaden, den die damit tagtäglich anrichten, sondern die traurige Tatsache: dass wir alle diesen ganzen überbordenden Bürokraten-Wahnwitz nahezu widerspruchslos und gewohnheitsmäßig über uns ergehen lassen. Das kollektive Boiling Frog- Syndrom.

(Ich aber postuliere, die dominierende Herrschaftsform der nahenden, korrigiere: der un­mittel­bar bevorstehenden Zukunft wird die Kretinokratie*) sein. Wir sind auf dem direkten Weg dorthin. Und an die werden wir uns ebenso willfährig gewöhnen, wollen wir wetten.)
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*).(wieso steht die eigentlich noch nicht auf der Wikipedia-Liste?)



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