Linguistisches

Aus der “Liste der österreichischen Wörter, für die es im Schriftdeutschen kein gleichbedeutendes Synonym gibt“:
allerweil, sprich: ollaweu (Interjektion) = “Ach, wenn doch bloß“ *).
Etymologisches
*) Nota bene: im Bedeutungsunterschied zu dem gleichlautenden allerweil (Adverb) = immer, ständig, dauernd.

Kollegin Etosha verweist in einem schönen Artikel auf den Conjunctivus Austriacus, unter Linguistikern auch als Ostmittelbairischer Möglichkeitsmodus bekannt.

Eine im Wienerischen endemische Varietät des genannten Conjunctivus Austriacus stellt der Optativus cupitivus Viennensis dar, nachfolgend ein Exempel unter zwei­facher Verwendung von “allerweil“ (als Interjektion sowie als Adverb), zugleich in zweierlei Bedeutung:
    »Ollaweu ’s warad ollaweu so.«
[»Ach, wenn es doch bloß immer so wäre.«]

Meine lieben Wiener Schwiegereltern* waren einmal im Theater, in der zweiten Pause fragte Schwiegermama, ob es ihm eh noch gefalle? – Ja eh, gab Schwiegerpapa zu, aber:
    »Ollaweu de faungadn ins featigwean aramoi au.«
    [»Allerweil die täten auch mal mit dem Fertigwerden anfangen.«]
Schwiegermama draufhin zu Schwiegerpapa:
    »Ollaweu du sogast ned ollaweu “ollaweu“.«
    [»Ach, wenn du bloß nicht ständig “allerweil“ sagen würdest.«]

Der Amtsweg ist das Ziel.


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