Alien
Es ist eine neuere Version von  AlienInsideTwoday  verfügbar!  Aktualisieren  Jetzt nicht!
© 2018-2023 NeonWilderness

12. Juni – Vatertag

Mein Vater war früher ein ausgesprochen fescher Kampel, ein humorvoller, groß­herziger und überaus fleißiger & anständiger Mensch. Leider starb er früh und lernte seine Enkelkinder nimmer kennen, er wäre bestimmt ein fabelhafter Opa gewesen.



Wie mein Vater damals in den Fuffziger-Jahren meine Mutter kennenlernte: meine Mutter war in Hart am Kohlreith in der Einschicht daheim, eine Stunde Fußmarsch von Neulengbach im Wienerwald den Berg hinauf. Im Winter schulterte mein Vater seine Schi und marschierte zum Schifahren auf den Kohlreithberg, als er vor sich eine junge weibliche Person erblickte, die sich mit einem offenkundig ungeheuer schweren Koffer durch den Neuschnee plagte. Mei­ne Mutter hatte sich von ihrem ersten selbst­verdienten Geld eine Singer-Nähmaschine ge­kauft, ein elendsschweres gusseisernes Trumm, und schleppte sie grad heim. Mein Vater holt sie ein und geht eine Zeitlang neben ihr und hört ihr beim Schnaufen zu, bis er schließlich fragt: »Ist der Koffer wirklich so schwer, oder tun Sie nur so?« – »Probieren S’ doch selber!« schnauft ihn meine Mutter wütend an, und mein Vater schnappt ihren schweren Näh­ma­schi­nen­koffer und schleppt ihn, seine Schi auf der andern Schulter, hinauf bis nach Hart am Kohl­reith, wo er zuletzt selber vor Erschöpfung schnauft. Als er wieder zu Atem gekommen ist, verabreden sie sich zu einem Wiedersehen.
_________________________
(*.txt-Projekt von Kollege Dominik).

Es gilt die Kopfschussvermutung

Wenn in einem Kellerabteil einbetonierte Leichenteile gefunden werden (Todesursache ver­mut­lich Kopfschuss), und die Polizei nach der Inhaberin eines Eisgeschäftes (zu welchem das Kellerabteil gehört) fahndet, um sie als Zeugin deswegen zu befragen, dann titelt Öster­reichs größte Tageszeitung am nächsten Tag darüber: Haben soll – wie die Kronen Zeitung durch Befragung einer hellseherisch veranlagten Schwes­ter eines Schwagers eines Ex-Freundes der Teufelsfratze Gesuchten herausfand.
    Polizeisprecher (im ORF) dazu: »Die Inhaberin des Eisgeschäftes wird
    als Zeugin gesucht. Zu Gerüchten geben wir keine Stellungnahme ab.« *)
Österreichs auflagenzweitstärkste Verschenkzeitung hält sich dagegen gar nicht lang mit Gerüchten oder Un­schulds­vermutungen auf, sondern weiß sogleich von zwei eingemauerten ExLiebhabern zu berichten und adelt
zur ‚Eis-Baronin‘.
.
Im Zusammenhang mit einem Eisgeschäft ist der obligate Kalauer natürlich unausbleiblich:

Heute
.
Was das mit dem Erdbeer-Mund im Zusammenhang zu bedeuten haben soll, kriegt der Leser von Österreichs auflagenstärkster Verschenkzeitung allerdings nicht erläutert – irgendwas mit Erdbeereis? Erdbeer-Eis? Vielleicht kanns ja wer erklären.
────────
*) Update: Die Gesuchte gilt inzwischen nimmer als Zeugin, sondern als Verdächtige. Es gilt die Unschuldsvermutung.
.. Eis gekillt? Oder: mit Eis gekillt?        [mehr ►]