Heute vor 133 Jahren, am 14. Februar 1876, meldete Herr Alexander Graham Bell beim US-Patentamt seine Erfindung an, den sogenannten Telephonapparat. Seinerzeit wurde Herrn Bells Erfindung keine große Zukunft vorhergesagt: das Telephon werde sich voraussichtlich nicht durchsetzen, da es ohnehin genügend Botenjungen gebe, um Nachrichten zu übermitteln.
Als ich mir unlängst ein neues Handy anschaffte und dem Verkäufer-Jungspund erzählte, dass mein vorletztes Handy noch eine Antenne zum rausziehen hatte, schaute der mich an als käme ich aus dem Kuriositätenkabinett.

Drei Jahre zuvor waren die ersten Menschen auf dem Mond gelandet, aber bis ins Jahr 1972 gehörte Neulengbach im schönen Wienerwald zu den letzten Gemeinden im österreichischen Post- Telefonnetz, die auf den Anschluss an den Selbstwählverkehr warten mussten. Bis dahin hatten wir daheim ein schickes Kurbeltelefon ohne Wählscheibe, wie im Bild (links) – noch Anfang 70er-Jahre, nicht gelogen. Wenn man jemand anrufen wollte, musste man kurbeln, damit sich das Fräulein vom Amt meldete. Der sagte man die Nummer an, mit der man telefonieren wollte, und draufhin stöpselte sie die Verbindung zum gewünschten Teilnehmer durch. Wenn wir als Kinder beim Neulengbacher
Postamt vorbeigingen, konnten wir durchs Fenster das Fräulein vom Amt mit ihren Kopfhörern sehen, wie sie da drinnen ambitioniert herumstöpselte. (eine Szene, wie aus einem alten “Lassie“–Schwarzweißfilm ;)
Das letzte österreichische Fräulein vom Amt war übrigens ein Mann, am 14. Dezember 1972 stellte er in Karlstein/Thaya im Waldviertel die letzte Telefon- verbindung durch manuelles Stöpseln her.