Ösitanisches

26. Oktober

Warum der Österreichische Nationalfeiertag am 26. Oktober ist und nicht an einem andern beliebigen Datum, ist ein bissel kompliziert, aber das ist hierzulande ja nix ungewöhnliches. Als Geburtstag, an dem die österreichische Nation sozusagen das Licht der Weltgeschichte erblickte, wär ja der 17. September als Nationalfeiertag eigentlich naheliegender gewesen.

(bis 1967 hieß der Nationalfeiertag in Österreich übrigens “Tag der Fahne“, was sich irgendwie viel gemütlicher anhörte. Warum er umbenannt wurde, weiß man nimmer genau.)

Zur Zeit der Österreichisch-Ungarischen Donaumonarchie war der Nationalfeiertag am 18. August, dem Geburtstag des Kaisers Franz Joseph.
In Bad Ischl im Salzkammergut feiern sie den heutzutage noch immer.

Mattscheibe: Ösis sahen gegen Färöers schwarz

Die gute Nachricht zuerst: zum Glück mussten wir uns das Jammerspiel gestern nicht ansehen.

Umso größere Hoffnungen setzen die Ösis jetzt in die Aufzeichnung, heute nachmittag – vielleicht läufts da besser und es gelingen noch ein, zwei überraschende Tore ..

8. Oktober

Heute vor 80 Jahren kam der große österreichische Stänkerer Helmut Qualtinger (1928-1986) zur Welt, die unersprießliche Allianz zwischen Beschränktheit und Mitteilungseifer mancher Zeitgenossen kommentierte er mit dem schönen Satz:
    “Es gibt nix Schenas auf da Wöd
    ois wieran Fetznschedl zuahean wauna grod sei Pappm hoit.“
(Kollege K. hat Herrn Quasis Aperçu in einen hübschen Vierzeiler gefasst:)

Herr Qualtinger pflegt’ zu erklären:
»Nichts Schöneres gibt’s auf der Welt
als einem Schwachkopf zuzuhören
derweilen er sein Maulwerk hält.«

© mit  freundl. Genehmigung  M. Krassnig

Als das Wünschen noch geholfen hat ..

    “Ich will das Wort Vize spätestens 2010 nicht mehr in meinem Amtstitel haben.“
    Vizekanzler Wilhelm Molterer, 29. September 2007.
Wunsch erfüllt.
(hat zwar einen Haufen Millionen gekostet, Herrn Molterers Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen, aber zum Glück wars ja eh nicht sein Geld.)
    »Stets findet Überraschung statt
    da, wo man’s nicht erwartet hat.«
    (Wilhelm Busch)

4. September

Heute vor 184 Jahren kam in Ansfelden bei Linz Anton Bruckner (1824–1896) zur Welt, einer der bedeutendsten und innovativsten Komponisten seiner Epoche.
In Kontrast zu seinem genialen musikalischen Schaffen stand Bruckners persönliches Auftreten als reichlich einfältige, rustikale Type, was seine Zeitgenossen oftmals befremdete. (sein Kollege Gustav Mahler, von Bruckners musikalischem Genius und Bauerntölpelhaftigkeit gleichermaßen beeindruckt, nannte ihn einen “begnadeten Trottel“.)
Anlässlich der Verleihung des Franz-Josephs-Ordens wurde zum Gala-Diner zu Ehren des Komponisten seine Leibspeise aufgetragen, Geselchtes mit Kraut & Knödel. Bruckner, mit großem Appetit, haute tüchtig rein wie ein Futterknecht, und als ihn Seine Majestät der Kaiser amüsiert fragte ob noch ein Nachschlag konveniere, lehnte Bruckner dankend ab: “Na, i kann nimmer mehr, sonst speib i mi an.“

2. September

Heute vor 114 Jahren erblickte im galizischen Brody (heute Ukraine) der große österreichische Schriftsteller Joseph Roth (1894–1939) das Licht der k. & k. Donau-Monarchie.

Roth war zeitlebens glühender Monarchist und exzessiver Alkoholiker. 1939 traf er im Exil in Paris mit Otto v. Habsburg zusammen, dem Sohn des letzten Kaisers von Österreich & Königs von Ungarn. Otto war darüber besorgt, dass der haltlose Alkoholkonsum den großen Dichter über kurz oder lang ins Grab bringen würde, also ließ er ihn vor sich antreten und sprach ein Machtwort: in scharfem Ton befahl er Roth, sofort mit dem Trinken aufzuhören.
Roth schlug die Hacken zusammen und rief: “Jawoll, Majestät!“ – und rührte fortan keinen Tropfen Alkohol mehr an.
Kurz darauf starb er. Todesursache war der abrupte Alkoholentzug.

29. Juli

Heute vor 172 Jahren wurde der österreichische Luftfahrtpionier Wilhelm Kreß (1836–1913) geboren – jener Mann, dem am 3. Oktober 1901 der erste erfolgreiche Motorflug der Welt gelingen sollte.
(Stimmt tatsächlich, die Brüder Wright hoben erst zwei Jahre später ab, 1903.)
(Stimmt nicht ganz: erfolgreich ja, gelungen nicht so ganz ..)
Bemerkenswerterweise führte unser Herr Ösi-Binnenpilot den ersten bemannten Motorflugversuch der Weltgeschichte mit einem Wasserflugzeug durch, nämlich am Wienerwald-Stausee bei Unter-Tullnerbach westlich von Wien. Allerdings erwies sich die Wasserfläche als nicht ausreichend weitläufig zum Befliegen, Herr Kreß semmelte mit seinem Wasserflugapparat äußerst ambitioniert gegen die Stausee-Mauer und bedurfte eines Notarztes.
Unverdrossen setzte er die Flugversuche in den folgenden Jahren fort, indem er gegen die Staumauer semmelte.
Bis zu seinem letzten Versuch, am 24. Februar 1913. An jenem denkwürdigen Tag glückte dem wackeren Herrn Kreß die Premiere: einen Flug geziemlich zum Abschluss zu bringen – nicht wie gewohnt mit dem traditionellen Staumauer-Crash, sondern mit einer tadellosen, bildhübschen Wasserlandung mitten im See, hurra. Applaus am Ufer brandete auf.
Bedauerlicherweise stellte sich bei diesem Anlass heraus, dass sein Wasserflugzeug nicht schwimmtüchtig war – das Dings versank im Wienerwaldsee und Herr Kreß ertrank unverzüglich. Er war Nichtschwimmer gewesen.

kress

Action!

“Datsna net oiwäu aso schoppm, is eh schasa blad.“ ermahnte mein Wiener Schwiegerpapa seine Enkelkinder, weil sie seinen Hund ständig mit Keksen fütterten, “Nau dadats naramoi zreissn ano.“
“Jaaa!!“ riefen die Kinder begeistert, “Äkschn! Das wolln wir sehn!“

10. Juli, Geburtstag einer Landeshauptstadt

Heute vor 22 Jahren, mit Landtagsbeschluss vom 10. Juli 1986, wurde St. Pölten a. d. Traisen zur niederösterreichischen Landeshauptstadt erklärt. Vorher gab es keine, die nö. Landesregierung amtierte in der Bundeshauptstadt Wien – was gar nicht einmal so unschlau war, vielmehr ziemlich praktisch, weil Wien ja eh schon seit altersher mitten in Niederösterreich liegt, was sich in absehbarer Zukunft vermutlich auch nicht ändern wird.
Dann kamen eines Tages ein paar Schlaumeister drauf, dass eine neue Hauptstadt mindestens so notwendig wäre wie ein zweites Loch im Hintern man gegen dieses Problem dringend was unternehmen müsse und munitionierten ihre Initiative mit diversen tiefsinnigen Slogans wie “Niederösterreich ohne Hauptstadt ist wie ein Fisch ohne Fahrrad usw.“ – na, und den Rest kennen wir ja:
St. Pölten a. d. schönen Traisen wurde nö. Landeshauptstadt.
St. Pölten, ausgerechnet. (im Volksmund seit altersher als “St. Blödsinn“ tituliert.)
(Geburtsstadt von Manfred Deix übrigens, der einmal feststellte: “Das Schönste an St. Pölten ist die Autobahn nach Wien.“)

11. Mai

Heute vor 95 Jahren wurde Robert Jungk (1913 -1994) geboren,
der große Zukunftsforscher.
Als Herr Jungk 1992 in den österreichischen Medien als Kandidat der Grünen zur Bundespräsidentschaftswahl präsentiert wurde, empörte sich ein aufgebrachter Leserbriefschreiber damals in der Tageszeitung Standard allen Ernstes über die Berufsbezeichnung “Futurologe“: unerhört sei das, einen derart ordinären Ausdruck für einen Gynäkologen zu gebrauchen.
Kein Witz.

Der Amtsweg ist das Ziel.

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