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Ösitanisches

Allerweil

Kollegin E. verweist in einem schönen Artikel auf den Conjunctivus Austriacus, unter Linguistikern auch als Ostmittelbairische Vermöglichkeitsformung bekannt.

Eine im Wienerischen endemische Varietät des Conjunctivus A. stellt der Optativus Viennensis dar, der sogenannte Allerweil (vulgo Achwenndochbloß):
    “Ollaweu ’s warad ollaweu sche.“
[“Ach, wenns doch bloß immer schön wäre.“]

Meine lieben Wiener Schwiegereltern* waren einmal im Theater, in der zweiten Pause fragte Schwiegermama, obs ihm eh noch gefalle? – Ja eh, gab Schwiegerpapa zu, aber:
    “Ollaweu de faungadn ins fertigwean aramoi au.“
[“Allerweil die täten auch mal mit dem Fertigwerden anfangen.“]

Gurkerlpflücker-Resümee, oder: Man spricht deutsh

(derStandard)

Das ist fair. Muss Landtagsabgeordneter ja schließlich auch nicht.


Aber bissel Integration darf schon eingemahnt werden:
    “Wenn man sich den Integrationsbericht anschaut –
    kommt man zur Meinung, es wäre gut wenn sich wir integrieren.“
Auf perfekt  gut Deutsch gesagt.

8. Oktober

Heute vor 81 Jahren kam der große österreichische Stänkerer Helmut Qualtinger (1928-1986) zur Welt, die unersprießliche Allianz zwischen Beschränktheit und Mitteilungseifer mancher Zeitgenossen kommentierte er mit dem schönen Satz:
    “Es gibt nix Schenas auf da Wöd
    ois wieran Fetznschedl zuahean wauna grod sei Pappm hoit.“
(Kollege K. hat Herrn Quasis Aperçu in einen hübschen Vierzeiler gefasst:)
    Herr Qualtinger pflegt’ zu erklären:
    »Nichts Schöneres gibt’s auf der Welt
    als einem Schwachkopf zuzuhören
    wenn er gerad’ sein Maulwerk hält.«

    © mit  freundl. Genehmigung  M. Krassnig
(Qualtinger war starker Trinker. Als er einmal in seinem Stammcafé Alt Wien wie immer “a Viertel!“ bestellte, fragte ein neuer Ober, der ihn noch nicht kannte: “Weiß oder rot?“ – und Qualtinger fragte zurück: “Seit wann gibts an roten Schligowitz?“)

4. September

Heute vor 185 Jahren kam in Ansfelden bei Linz Anton Bruckner (1824–1896) zur Welt, einer der bedeutendsten und innovativsten Komponisten seiner Epoche.
In Kontrast zu seinem genialen musikalischen Schaffen stand Bruckners persönliches Auftreten als reichlich einfältige, rustikale Type, was seine Zeitgenossen oftmals befremdete. (sein Kollege Gustav Mahler, von Bruckners musikalischem Genius und Bauerntölpelhaftigkeit gleichermaßen beeindruckt, nannte ihn einen “von Gott begnadeten Trottel“.)
Anlässlich der Verleihung des Franz-Josephs-Ordens wurde zum Gala-Diner zu Ehren des Komponisten dessen Leibspeise aufgetragen, Geselchtes mit Kraut & Knödel. Bruckner, mit großem Appetit, haute tüchtig rein wie ein Futterknecht, und als ihn Seine Majestät der Kaiser amüsiert fragte ob etwa noch ein Nachschlag konveniere?, lehnte Bruckner dankend ab: “Na, i kann nimmer mehr, sonst speib i mi an.“

2. September

Heute vor 115 Jahren erblickte im galizischen Brody (heute Ukraine) der große österreichische Schriftsteller Joseph Roth (1894–1939) das Licht der k. & k. Donau-Monarchie.
Roth war zeitlebens glühender Monarchist und exzessiver Alkoholiker. 1939 traf er im Exil in Paris mit Otto von Habsburg zusammen, dem Sohn des letzten Kaisers von Österreich & Königs von Ungarn. Kaisersohn Otto war darüber besorgt, dass der haltlose Alkoholkonsum den großen Dichter über kurz oder lang ins Grab bringen würde, also ließ er ihn vor sich antreten und sprach ein Machtwort: in scharfem Ton befahl er Roth, sofort mit dem Trinken aufzuhören.
Roth schlug die Hacken zusammen und rief: “Jawoll, Majestät!“ – und rührte fortan keinen Tropfen Alkohol mehr an.
Kurz darauf starb er. Todesursache war der abrupte Alkoholentzug.

Was denkt sich einer eigentlich dabei ..

.. wenn er an einer Klotür anklopft, wo grad besetzt ist? Dass der andere, der grad drinsitzt, dann früher fertig wird? Oder dass ihn der gar reinlässt? – Das bleibt ein Rätsel.

Gestern am Tankstellenklo in Ansfelden macht das akkurat einer, woraufhin sich der anonyme Insasse, über den dreisten Störer ungehalten, aus dem besetzten Klo heraus vernehmen lässt:
    “Wos is! Wüst di bein Scheissen auf mein Schoß setzen?“
(“Zum Donnerwetter, wer scheißt denn hier so lange!“
Carl Zuckmayer, Der Hauptmann von Köpenick)

Spionage-Affäre: Borat vs. Brüno?

Mal ehrlich jetzt: hätten Sie gewusst, dass es in Österreich ein geheimes “Abwehramt“ gibt? – ich auch nicht.
Wären die jetzt nicht wegen heimlicher Konspiration mit dem kasachstanischen*) Geheimdienst aufgeblattelt worden, hätte das womöglich nie einer herausgefunden. So geheim sind die.
Ob das Welt-Mächteverhältnis dadurch ins Wanken gerät? Hoffentlich nicht ..

(*Kasachstan – ist das nicht das Land, wo Borat herkommt?)

Kasachstanisch-ösitanischer Geheimdienst-Skandal erschüttert die Welt

26. Oktober

Warum der Österreichische Nationalfeiertag am 26. Oktober ist und nicht an einem andern beliebigen Datum, ist ein bissel kompliziert, aber das ist hierzulande ja nix ungewöhnliches. Als Geburtstag, an dem die österreichische Nation sozusagen das Licht der Weltgeschichte erblickte, wär ja der 17. September als Nationalfeiertag eigentlich naheliegender gewesen.

(bis 1967 hieß der Nationalfeiertag in Österreich übrigens “Tag der Fahne“, was sich irgendwie viel gemütlicher anhörte. Warum er umbenannt wurde, weiß man nimmer genau.)

Zur Zeit der Österreichisch-Ungarischen Donaumonarchie war der Nationalfeiertag am 18. August, dem Geburtstag des Kaisers Franz Joseph.
In Bad Ischl im Salzkammergut feiern sie den heutzutage noch immer.

Mattscheibe: Ösis sahen gegen Färöers schwarz

Die gute Nachricht zuerst: zum Glück mussten wir uns das Jammerspiel gestern nicht live ansehen.

Umso größere Hoffnungen setzen die Ösis jetzt in die Aufzeichnung, heute nachmittag – vielleicht läufts da besser und es gelingen noch ein, zwei überraschende Tore ..

Als das Wünschen noch geholfen hat ..

    “Ich will das Wort Vize spätestens 2010 nicht mehr in meinem Amtstitel
    haben.“
    Vizekanzler Wilhelm Molterer, 29. September 2007.
Wunsch erfüllt.
(hat zwar einen Haufen Millionen gekostet, Herrn Molterers Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen, aber zum Glück wars ja eh nicht sein Geld.)
    »Stets findet Überraschung statt
    da, wo man’s nicht erwartet hat.«
    (Wilhelm Busch).

Der Amtsweg ist das Ziel.

Parteienverkehr

Da muss der Cineast...
Pest Krause (Gast) - Mi, 09:59
Ich bin eindeutig...
Etosha (Gast) - Di, 22:45
Der war doch...
Gregor Keuschnig - Di, 08:33
Das müssens’...
nömix - Mo, 08:01
Subconductoris?...
pathologe - Mo, 07:48

Amtsverkehr

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